218
Schmelzglas und Email.
Das nach dieser Vorschrift hergestellte Glas enthält dann 6 bis 7 Proc.Chromoxyd, wovon, nach Pelonze, ungefähr die Hälfte in krystallinischem Zustande.
Bei einem gelegentlichen Versuche, dieses Glas nachzuschmelzen, gewann ichein Product, das noch ziemlich arm an Krystallen war. Reichere Ausscheidungen,die sich übrigens, bleibt die Masse in dünnflüssigem Zustande längere Zeit hin-durch ruhig stehen, zu Boden setzen, gewann ich bei kalkreicherem Gemenge (30Thle.Kalkstein auf 100 Thle. Sand), das allerdings recht schwer schmelzbar war.
Setzt man dem Glasgemenge an Stelle des rothen chromsauren Kalis vorherabgeschiedenes und ausgewaschenes krystallinisches Chromoxyd zu, so färbt diesesdas Glas nur schwach mattgrün, und kann diese Färbung durch stark färbendeOxyde, so z. B. Kobaltoxyd, verdeckt werden. Ihres dunkeln und trüben Toneswegen sind derartige Gläser indeß nur von mäßigem Effect, und ist ein fernererUebelstand aller derartiger Avcnturine, daß sie sich, da das krystallinische Chrom-oxyd bedeutend härter als das umgebende Glas, nur unvollkommen poliren lassen.Pelonze ließ aus seinem Glas eine Platte gießen. Meyr's Neffe zu Adolf inBöhmen lieferte aus demselben Materials ein paar Basen auf die 1867er Welt-ausstellung. Weitere Verbreitung hat indeß der Pelouze'sche Aventurin nichtgewonnen.
Schmelzglas und Email. Ein, in sofern es sich um die Zusammen-setzung der auf ihm gelieferten Producte handelt, noch sehr dunkeles Gebiet derGlasfabrikation ist die, vorzüglich durch einige italienische Anstalten, so nament-lich die römische „ünlmion Valionna", dann 8alviali undUaäi in Venedig, durcheinzelne französische Etablissements, von denen diejenigen der Umgegend vonLimogesschon im XIII. und XIV. Jahrhundert berühmt waren, endlich durch die, wennauch nur für eigenen Gebrauch schmelzende, kaiserliche Mosaikfabrik zu St. Peters-burg, als Specialität vertretene Anfertigung der sehr weichen Schmelzgläser.Solche Gläser, schon in sehr früher Zeit zur Decoration von Thon- und Glasgcgen-stäuden benutzt, kommen im X. und XI. Jahrhundert, unter der Bezeichnung„8umltuin" (angeblich vom althochdeutschen „smslnnn" stammend) zusammen-gefaßt, zur Ausschmückung von Metallarbeiten vielfach zur Verwendung, liefertenaber schon spätestens zur Zeit des kaiserlichen Roms das gesuchte Material zudem „ox>ns Vlsxanclrinum", „uiusivum", oder „tsssslatnm", dem reichen Mosaik,mit dem Wände und Fußböden verkleidet wurden ft, das später, namentlich von derbyzantinischen Glastechnik zu glänzender Entfaltung gebracht wurde. Seine Her-stellung ging dann auf das alte Venedig über, und wurde in neuester Zeit, nachdemdiese Kunst so gut wie verloren gegangen, durch die erfolgreichen BemühungenSalviati's von neuem ins Leben gerufen.
Unter den, für Industrie wie Kunstgewerbe so wichtigen, Schmelzgläsern sindzwei Arten zu unterscheiden, die, wenn auch nahe verwandt und gelegentlich nebeneinander benutzt, gänzlich verschiedenesAeußere zeigen, die durchsichtigen „Flüsse"(lolläant, üux) und das opake „Email" (sinail, SIMMs!), die beide in allenmöglichen Farben producirt werden.
Vllsatnuni 8vauri: llliu. bist. und. 36, 111 und „asaroton osuou" 36, läl.