Künstliche Steine. Aventurin. 217
ein weiches mit Alkali übersetztes Alkalikalkglas, das Bleioxyd, und die, von Pctten-kofer noch für nicht unwesentlich gehaltene Magnesia, zufällige Bestandtheile.
Mit der angegebenen Qualität Kupfer verschmolzen, lieferten die aufgeführtenGemenge Hautefeuille durch Kupferoxyd grün gefärbte Gläser. Um in diesendas Oxyd zu Oxydul zu reduciren, setzt er der gargeschmolzenen Masse portions-weise, unter Umrühren, Eisenfeile zu, und zwar entsprechend der Zersetzungs-gleichung: 6 OuO-f- 21 ?s —3 Ou. 20 -s-Us^O^, pjx für 125 Theile Kupfer37'6 Thle. Eisen beanspruchte, auf jedes Gemenge 38 Theile Eisenfeile. Unterstarkem Aufwallen des Glases geht die Reduction des Kupfers vor sich, und wirddas Glas roth und undurchsichtig. Jetzt wird der Schmelztiegel zugedeckt, umeine Reoxydation des rothen Glases zu verhindern, mit Asche überschüttet, undkühlt so mit dem Ofen langsam ab. Nach 24 Stunden waren dann die Krystalleausgeschieden, und hierdurch das rothe Glas in Aventurin umgewandelt, der dienachstehenden Zusammensetzungen zeigte:
I.
11.
III.
Kieselsäure . .
.... 616
60-50
60-66
Kupferoxyd .- .
.... 5'0
4-86
3-89
Eisenoxyd . .
.... 4-2
4-10
4-90
Kalk . . . .
.... 5'9
6'25
8-63
Alkalien . . .
.... 21-0
22-04
21-92
Thonerde. . .
.... 2-3
2'25
—
1000
100-00
100-00
die den oben aus den Gemengen II und III berechneten ziemlich nahe kommen.
Auf ein dem eben besprochenen Glase einigermaßen ähnliches, indeß langenicht den glänzenden Effect des Venetianischen Aveuturins machendes Glas, hatPelouze 1865 aufmerksam gemacht, und dasselbe unter der Bezeichnung Chrom-aventurin eingeführt U- Wie bereits in einem früheren Abschnitte (S. 52)erwähnt, spaltet sich das saure chromsaure Kali beim Glühen in, in flachen sechs-seitigen Täfelchen krystallisirendes, im durchfallenden Lichte dunkelgrün gefärbtes,im ausfällenden metallisch glänzendes Chromoxyd, das in schmelzendem Glase sehrschwer löslich, und neutrales Salz, dessen als Chromsäure mit dem Kali in Ver-bindung bleibendes Chrom leicht und vollständig in Glas, dem es zugesetzt wird,übergeht, und dieses intensiv grasgrün färbt. Pelouze setzt nun einem kalkarmenGlasgemenge rothes chromsaures Kali in größeren Mengen zu, und gewinnt hier-durch ein grünes, zahlreiche Chromoxydkrystalle einschließendes Glas, von eigen-thümlichem Ansehen. Nach seinen Versuchen ist der beste Satz der nachstehende:
Sand.
. 100
Thle.
Soda.
. 40
Kalkstein.
. 20
Saures chromsaures Kali.
. 16
Oomxt. rsnü. 61, 613. Hiernach: Dingler's Journal 179, 165 und Polyt.Eentralbl. 1865, 1642.