232 Bouteillenfabrikution. '
bei dem billigen Preise dieses Artikels, eine auf ein Minimum beschränkte Alkali-consumption unabweisliches Erforderniß, einer Sättigung RO, 3 8iO^ entsprechendeSilicatc mit circa 25 Proc. Kalk, und außer den noch einigen Proccntcn, dieSchwerschmelzbarkeit des Glases rasch steigernder Thonerde, selbst in unserenbesten Glasösen weder gut schmelzen und läutern, noch, der bei ihnen zu rascheintretenden Erstarrung, sowie der großen Neigung sich zu entgleisen wegen, inüblicher Weise aus den Häfen ausgearbeitet werden könnten. Ist doch, schon unterden bestehenden Verhältnissen, das nur zu leicht eintretende Merkbarwerden vonEntglasungserscheinungen der gefürchtetste Feind des BouteillenfabrikanteM). Aufeinigen deutschen Hütten kommen zwar auch anders componirte Bouteillcngläservor, so fand ich, als Zusammensetzung eines Flaschenglascs der Fr. Siemens'-schen Dresdener Glasfabrik aus den letztverflossenen Jahren die nachstehende:
Kieselsäure.63'91
Schwefelsäure. 0'55
Manganoxyd, Eisenoxyd -s- Thonerde. . 13'97
Kalk.14-52
Natron. 7'05
100-00
die, in Beziehung auf die Sättigung, den letzt besprochenen Gläsern ziemlich nahekommt, sich von diesen aber durch höheren Thonerde- und Alkali- bei geringeremKalkgehälte unterscheidet. Ob dieses Glas aber, in Folge seiner Zusammensetzung,vor dem französischen irgend welche wesentliche Borzüge besitzt, oder umgekehrt,muß vorläufig dahingestellt bleiben. !
Wie eine nicht unbedeutende Resistenzfähigkeit gegen chemische Agentien, soverlangt man von einer Flasche auch bedeutende Festigkeit, und zwar ein Maximumder letzteren von den zur Aufnahme moussirendsr Weine und Getränke bestimmten,den Champagnerflaschen, die nach Schödler^) einem inneren Drucke von 4 bis6 Atmosphären zu widerstehen haben, daher besonders stark gearbeitet werden (Gc- :wicht einer Flasche 800 § bis 1 LZ-) und einer speciellen Prüfung, mittelst besonderer, ^hierzu von Collardeau und Rousseau construirter Druckpumpen, unterliegen.
Hing die Widerstandsfähigkeit gegen chemische Einflüsse in erster Reihevon der dem Glase gegebenen Zusammensetzung ab, so sind, gutes Durchge-schmolzensein der Glasmasse , solide Ausarbeitung, und gute Kühlung, die Bedin- -gungen, die vornehmlich auf die Festigkeit influiren. Selbstverständlich kann nicht ver-langt werden, daß das Flaschenglas so vollkommen geläutert „blank geschärt" werde,als die höchsten Glassorten, so sind z. B. feine Gispen, nicht im Uebermaße vorhanden,für die Solidität nicht von Bedeutung. Was aber unter allen Umständen ein großerFehler, sind die, bisweilen der Schmelze, meist indeß Nachlässigkeiten bei der Aus- >arbeitung, entstammenden größeren Blasen in den Flaschenwandungen, die, oft schonbei der durch das Verkorken der Flasche bewirkten Steigerung des Druckes im Innern ^
U Ueber Entglasung von Flaschenglas in einer Siemens'schen Wanne, bei derpyrorenartige Krystalle gewonnen wurden, siehe auch eine neue Arbeit E. Psligot's:Dingler's Journal, 213 (1874), 329, nach Lnllstln cts In Loeisis ü'sneoni-nAkinsut1874, IM, — ch Wagner's Jahresbericht 10 (1864), 448.