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Bouteillenfabrikation. 241
ginnen, so putzt zunächst der Junge die Pfeifen von dem von der vorhergehendenSchmelze noch anhaftenden Glase und Abbrand, überzeugt sich durch Durchblasendavon, daß sie nicht verstopft, und steckt dann, um den Knopf, oder das erweitertePfeifenende anzuwärmen, die Pfeife mit letzterem in eine zu diesem Zwecke in derAußenwand des Ofens, in der Nähe des Arbeitsloches, auf jedem Platze angebrachteOeffnnng, das „Pfeifenloch«. Unterdeß hat der Gehilfe etwa auf dem Hafen-inhalte schwimmende Kohlenpartikel, so wie die oberste, stets mehr oder wenigerunreine, Glasschicht durch „Abschäumen« (Abfeimen oorömnAs) mittelst einereisernen, oder aus dem Glase selbst durch Formung desselben auf einer ebeneneisernen Platte, der „Marbelplatte« (warmor, Theophilus) gebildeten Krücke,mit eisernem Stiel, entfernt. Er, oder der Junge, taucht nun das verdickteerhitzte Pfeifenende in das flüssige Glas, und dreht hierbei die Pfeife ein paarMale um ihre Längsachse, wodurch eine Portion Glas um den Pfeifenknopf herumhaften bleibt. Nimmt er nun die Pfeife aus dem Hafen und Ofen wieder heraus,dreht sie noch ein paar Male an freier Luft, und hält sie mit dem Knopfe nachunten, so erstarrt der erste Glasüberzug des letzteren rasch, und wird dann, indemdie Pfeife von Neuem in den Hafen getaucht, und in gleicher Weise in demselbengedreht wird, durch eine zweite Portion verstärkt. War dieser Anfang vomJungen (gamiu) gemacht worden, so geht jetzt die Pfeife in die Hände des Ge-hilfen (Aranä Karbon) über, der, wenn erforderlich, noch ein drittes MalFlg. 73. Fig. 74. Glas aufnimmt, dann die ganze Glasmasse vor derPfeife auf der am äußeren Rande der Rüstung an-gebrachten Marbelplatte hin und her wälzend, mög-lichst gleichmäßig um den Pfeifenknopf zu vertheilensucht, und dieselbe wiederholt in der Arbeitsöffnungdes Ofens anwärmend, dadurch, daß er das verdicktePfeifenende dicht über dem Knopfe, über die von ihmabgekehrte Kante der Marbelplatte Hinrollt, undgleichzeitig die Pfeife an sich zieht, zum größten Theilvor den Knopf der Pfeife zu bringen bemüht ist. Istin dieser Weise vor der Pfeife eine correct geformteGlasanhäufung, der „Posten« (xosto), gebildet, sowärmt der Gehilfe diese wieder an, bläst zu wieder-holten Malen in die Pfeife stark hinein, und bringt hierdurch die erste Höhlungin die vor derselben befindliche Glasmasse, die er zwischen dem Blasen, um gleich-mäßige Wandstärke seiner dickwandigen Blase zu behalten, stets wieder auf derMarbelplattc behandelt, „marbelt«. Endlich hat das „Külbchen« (xaruison,ball) die obcnstehcndc Form (Fig. 73) angenommen, der Gehilfe wärmt wiederan, hebt die Pfeife, die bisher parallel der Ebene der Marbelplatte gehandhabtwurde, in die Höhe, hält sie lothrecht, und läßt hierdurch das Glas von ihr ablaufen,das Külbchcn sich strecken, und die obenstchcnde Form (Fig. 74) annehmen, inder schon der Beginn der Bildung des Flaschenhalses erkennbar ist. Hiermit istdie von dem Gehilfen auszuführende Formung beendet, er bringt seine Arbeit,um sie wieder, und dieses Mal stärker anzuwärmen, von Neuem in daS Arbeits-loch des Ofens, stützt das vordere Ende der Pfeife auf einen hier, an der linkenGlasfabrikation. 16