242 Bouteillenfabrikation.
Schirmmauer (Fig. 72 angebrachten, in einem Haken auskaufenden eisernenArm, das „Auflegeeisen", und erhält sie, damit sein GlaS, allmälig weich werdend,nicht nach einer Seite hin niederklappe, andauernd in drehender Bewegung.Sobald das Glas vor der Pfeife den für die weitere Ausarbeitung erforderlichen
F-g. 75.
Fig. 76.
Grad der Weichheit wieder erreicht hat, geht es nunmehrin die Hände des Meisters über, der die Formung derFlasche selbst besorgt.
Zu diesem Zwecke bläst er daS Külbchen nochetwas weiter auf, läßt alsdann, um dasselbe auf Kostendes am Boden angehäuften Glases in die Länge zustrecken, die Pfeife, mit dem Glase nach unten, einpaar Pendelschwingungen machen, und bringt diegestreckte Glasblase in die Form, einen meist aus ThonHergestellten Ring von circa der Höhe der herzu-stellenden Flasche, der nach unten zu, im Lichten, schwachconisch gehalten ist (Fig. 75). In diese Form wird,damit das Glas nicht am Thon derselben hafte, einStrohhalm gesteckt, der, kommt er in Berührung mitdem heißen Glase, mit blakender Flamme verbrennt,wodurch das Glas mit einer dünnen Rußschicht über-zogen wird. In der Form wird jetzt das gestreckteKülbchen, unter steter Drehung der Pfeife, rasch zu der,in Fig 76 wiedergegeben«:» Gestalt ausgeblasen. Istsolches geschehen, so zieht der Meister die halbfertigeFlasche aus der Form, dreht seine Pfeife um, setzt siemit dem Mundstücke auf den Boden, und drückt nun,mittelst eines stumpfen Eisens, den Boden der Flasche nach innen ein, hierdurchin einfachster Weise die Flasche für einen festen und sicheren Stand herrichtend.
In der Mitte der durch das Eindrücken des Bodens gebildeten Vertiefungheftet der Gehilfe mit einer am „Hefteiscn" (xvntil pontz-), einem mit klei-Fig. 77 . Fig. 77 a. nem Knopfe versehenen
festen. Eisenstabe, auf-genommenen, geringenQuantität Glas, diesesEisen an die Flaschean, worauf dann derMeister, indem er mittelst eines eisernen Spatels einen Tropfen Wasserauf den Hals der Flasche, dicht vor die Pfeife bringt, und hierauf letz-terer einen kürzen trockenen Schlag ertheilt, die Pfeife von der Flasche trennt,die nunmehr, wie das die beistchendc Fig. 77 zeigt, am Hcfteisen a haftet. Durchein neues Einbringen des oberen Theiles des Flaschenhalses in das Arbcitslochdes Schmelzofens, wird das Glas hier wieder erweicht, und werden die Schnitt-kanten des Halses rund geschmolzen. Ist dieses geschehen, so nimmt der Meisterdas Heftciscn in die linke Hand, holt mit der Rechten an einem leichten Eisenstabe,dem „Fadeneisen", etwas Glas aus dem Hafen, läßt solches vom Eisen her-