Bouteillenfabrikation.
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sondern dreitheilig, und dann derartig eingerichtet, daß der geradwandige Theil derFlasche in einem geschlossenen, nur im Boden mit ein paar LustabzugslöchernFig. g 4 . versehenen Cylinder, ähnlich der
alten Form mit Patentbodcn,Raum findet, über diesem Theileaber zwei symmetrische, seitlichwegklappende Formflügel ange-bracht sind, in deren innererHöhlung die obere Wölbung derFlasche und der Hals ausge-blasen werden. Soll erhabeneSchrift, wie z. B. auf den Portcrflaschen, auf der Oberfläche der Flasche angebrachtwerden, so müssen die Charaktere derselben verkehrt in die Form eingeschnitten
Fig. SS.
werden; der den Flaschen bisweilen in Art eines Siegels auf-gesetzte Fabrikstempcl dagegen, wird nach Vollendung der Flascheangebracht, indem mit dem Fadeneisen das erforderliche Quan-tum Glas aufgetragen, und in diesem der Stempel abgedrücktwird.
Besondere Aufmerksamkeit ist neuerdings, und zwar zuerstvon England und Frankreich aus, der correcten und gefälligenBildung der Ausflußöffnung und des diese umschließenden ver-dickten Randes zugewandt worden. Schon in den zwanzigerJahren unseres Jahrhunderts war das Schließen und Ab-platten des um den Flaschenhals gelegten Fadens, das frühermit in der Hand geführtem Spatel geschah, auf einigen eng-lischen Hütten dadurch vervollkommnet worden, daß man anStelle des Spatels die, in ihrer Anwendung durch die neben-stehende Abbildung wohl verständliche, federnde Zange benutzte(Fig. 85). Um die Verbesserung dieser Zange hat sich neuer-dings namentlich Collignon in Trelon (Dep. Nord) Ver-dienste erworben. Seine Einrichtung zeigt an Stelle desmassiven Dorns a, der sich beim Gebrauche stark abnutzt, einenaus zwei verstellbaren Theilen zusammengesetzten. Ebenso sinddie den Rand Profilirenden Backen so aus je drei selbstständigwirkenden Stucken zusammengesetzt st, und können daher miteiner und derselben Zange Flaschenhälse von verschiedenerWeite gearbeitet werden, was bei der durch die Zeichnung wiedergegebenen Zangenicht möglich ist.
Eine andere derartige Zange giebt Fig. 86(a.f. S.) in ein Viertel natürlicherGröße wieder, an der, wie ersichtlich, die in der älteren Zange gleitende, den Randformende Schablone durch die fatzvnnirten Rollen co ersetzt ist.
Raabe, der schon mehr erwähnte verdienstvolle Director der vereinigten
st Beschrieben und abgebildet: Dingler's Journ. 168 0863), 15 nach Oönisinänstrisl. 1863, Jan., S. 27.