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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Bouteillenfabrikation.

Hütten der Loire und Rhone, ließ sich 1861 ein Verfahren Patentiren, bei demdas die Augen des Arbeiters besonders angreifende Umlegen des Fadens, das dichtvor dem Arbcitsloche des Ofens geschehen muß, gänzlichumgangen, und dabei die Arbeit bedeutend abgekürzt wird.Er läßt den abgeschnittenen Flaschenhals in einer kleinen,im Ofen direct zu diesem Zwecke angebrachten Nebenöffnunganwärmen, wenn er erweicht ist, in eine passende Formpressen, und in dieser rasch einmal um seine Achse drehen,wodurch Ring und Rand glatt und regelmäßig in schönerForm erhalten werden, die Halsöffnung vollkommen kreis-rund ausfällt, und dabei von dem Arbeiter angeblich650 Flaschen an Stelle der bei den früheren Verfahrengestellten 600 geliefert werden können i).

Wird, wie das hin und wieder, so bei Rheinwein-flaschen bisweilen, vorkommt, ein mit Längsrippen versehenerFlaschenhals verlangt, so geschieht die Anlage der Streifungschon am fertigen Posten, indem dieser mit enger und ver-hältnißmäßig tief eingedrückter Nicfung versehen wird. Zudiesem Zwecke rollt der Arbeiter seinen Posten über denRippstcin", einen an seiner Oberfläche mit Cannelurenversehenen Eisenblock (Fig. 87) unter Druck hin. Die sichhierbei auf der Oberfläche des Postens ausprägendenfeinen und tiefen Rippen verbreitern und verflachen sichdann bei der weiteren Ausarbeitung am Halse der Flasche,und verlieren sich am Bauche, wo das weiche Glas mit den Wänden der Formin Berührung kommt, fast gänzlich.

Die bei der Bouteillenfabrikation benutzten Kühlöfen (lour ä rsvuiro, lssr,ooolinZ lnrnaoo) sind weite Flammöfen, mit niedrigem Gewölbe und seitlicherFig. 87. Fig. 88.

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Fig. 86.

Feuerung, wie Fig. 88 einen solchen zeigt. In alter Zeit waren die Kühlöfen,

0 Dingler's Journal 194 (1869), 489 im Auszuge nach Loisntiüo J.msrieanvom 9. Oktober 1869.