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Fabrikation halbweißen Glases.
Zeigten die von Berthier, Schüler und Maumens untersuchten Bou-teillengläser eine Zusammensetzung, die etwa der Sättigung der Basen mit Kiesel-säure — tk 0,2 8102 entspräche, und kamen in ihnen durchschnittlich aus 2 Aeg.Alkali 7 bis 8 Acq. Kalk, so übersteigt schon in einem der von Berthier unter-suchten hierher gehörigen Gläser der Kieselsäuregchalt densenigcn des Bouteillcn-glases, und hält sich in den neueren innerhalb der Grenzen, die Sättigungen2 KO, 5 8i()2 und RO, 3 8i02 entsprechen würden, und erweist sich auch das Ver-hältniß der Basen unter einander wesentlich verändert; der Kalkgehalt ist schonin den älteren, von Berthier untersuchten, stark rcducirt, der Alkaligehalt da-gegen gehoben, so daß z.B. in dem Ssvre'schcnGlase auf 2Acq.Alkali nurnochcirca 3 Aeq. Kalk vorhanden sind, ein Verhältniß, das, wie betreffenden Ortes(S. 24 und ff.) auseinandergesetzt, sowohl für die Elasticität, als für die Resistenz-fähigkeit des nach ihm componirtcn Glases, als ein recht günstiges bezeichnet zuwerden verdient. Weniger gut in beiden Beziehungen ist die Zusammensetzungdes oben angeführten rheinischen Glases, sowie des russischen Nr. 1 und 3; ganzverwerflich endlich, diejenige des Glases Nr. 2, das aus einer der zahlreichenMalzow'schen Hütten, welche in der russischen Glasindustrie, wenigstens nume-risch, eine große Rolle spielen, stammt. Die zu solchem Glase benutzte großeQuantität Pottasche Hütte jedenfalls geeignetere Verwendung finden können.
Das Gemenge für halbweißes Glas, in gewöhnlicher Weise, und meist ohneZusatz von Entfärbungsmitteln^) angefertigt, wird aus Materialien hergestellt,die, da das Product möglichst billig sein soll, daher Farblosigkcit desselben nichtbeansprucht werden kann, keiner besonderen Reinigung unterworfen worden sind.Häufig werden auch zu Gemengen für halbweißes Glas Rohmaterialien wie Asche,Mergel und ähnliche benutzt, in Betreff deren übrigens das bereits oben, bei derGrünglasfabrikation, Angeführte gilt, so auch, daß die Aufführung solches, inseiner Zusammensetzung wechselndes, Material enthaltender Sätze zwecklos. AlsAlkalisalz dient meist das Glaubersalz, das unter Mitwirkung von Kohle ver-schmolzen wird. Den oben angeführten analytisch untersuchten Gläsern in ihrerZusammensetzung nahe kommende Producte würden, vorausgesetzt daß das verwandteGlaubersalz 90Procentig, nach den nachstehenden Sätzen angefertigte Gemenge ergeben-
Sand . . . .
Gemenge
I.
. 100 Thle.
Kieselsäure .
berechnete Zusammensetzung des Glases. . 71-0 Proc.
Kalkstein . . .
- 40 „
Kalk . . .
. . 15-6 „
Glaubersalz . .
- so „
Natron . .
. . 13-4 „
Kohle . . . .
193V Thle.
100-0 Proc.
i) In vielen Fällen, so zur Herstellung von Flaschen, wenn dieselben nicht für Weinbestimmt, und Medictnglas, dürste es indeß gerathen sein, englischem Beispiele folgend,das halbweiße Glas, statt ihm seine gewöhnliche Färbung zu lassen, mit Cobaltoryd rechtlicht, aber ausgesprochen blau zu färben, und ihni hierdurch einen Ton zu ertheilen,der entschieden gefälliger, als der in derartigem Glase gewöhnlich hervortretende Ueber-rest schmutzigen Bonteillengrüns, oder des, durch Mischung des letzteren mit Manganviolett,hervorgerufenen Brauns.