263
Weißhohlglas: Stuhlarbeit.
von der Pfeife abzusprengen, und ihm, in gleich näher zu besprechender Weise,durch Erweiterung seiner oberen Oeffnung, die gewünschte Form zu ertheilen;
Fig. 93.
I P s
da das zu bildende Glas aber einen Fuß erhalten soll, klebt der Fcrtigmacher inder Mitte des Bodens eine Quantität Glas, die ihm vom Gehilfen am Heftcisengereicht wird, und von der er, sobald sie befestigt, sich die zur Bildung des Stengelserforderliche Menge mit der Schecre abschneidet, an das werdende Gefäß T>, undformt aus dieser, seine Pfeife auf den Führungsarmen des Stuhls fortwährendrotiren lassend, und den Glasklumpen mit der federnden Zange bearbeitend, denStengel des Fußes (L?, b). Unterdcß hat der Vorbläser, an einer zweiten Pfeife,eine kleine, relativ dickwandige Hohlkugcl aufgeblasen; er bringt die, der Pfeifen-ösfnung gegenüberliegende Oberfläche derselben, mit dem unteren Ende desStengels in Berührung, heftet sie hier an das noch weiche Glas des letzteren an,und sprengt sie, mit einem Tropfen Wasser und leichtem Schlage, von seinerPfeife ab, wodurch der in Ausarbeitung befindliche Glaskörper das Aussehen vonib' annimmt. Nachdem die Pfeife, an der das werdende Glas haftet, von demGehilfen auf eine Weile übernommen, und der hohle, unterste Theil des Fußesangewärmt worden, geht sie wieder in die Hände des Fertigmachers über, dernunmehr mit einer stärker federnden Zange dem „Auftreibccisen" in den hohlenTheil des Fußes, wie das schon in ^ angedeutet, hineinfährt, denselben unterrascher Drehung der Pfeife am Rande ausweitet, und allmälig zu einer ebenenPlatte umformt, die mit der Scheere beschnitten, und deren Ränder durch Rund-schmelzen vor der Arbeitsöffnung des Ofens geglättet werden (A).
Nachdem in beschriebener Weife der Fuß vollendet, wird nunmehr in derMitte der unteren Fläche desselben das Heftcisen mit einer kleinen QuantitätGlas angeheftet Ä", und, ist dieses geschehen, das Arbeitsstück von der Pfeife, inder Höhe der in diese Abbildung eingetragenen punktirten Linie s, abgesprengt.Wieder geht es nun in die Hände des Gehilfen über, der es vor der Arbeitsöffnungdes Schmelzofens, oder eines eigenen zu diesem Zwecke dienenden, mit eigenerHeizung versehenen, kleinen „Auftreibeofens", in der Weise anwärmt, daß