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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Weißhohlglas: Ausarbeitung.

nischen Führung der ausarbeitenden Hand bestehend, zwar zunächst für Bouteillen-Hütten in Vorschlag gebracht, indeß, in manchen Fällen, auch für die Becherglas-fabrikation ganz Praktisch sein dürfte.

Gehen wir nun zur Ausarbeitung des Weißhohlglases über, so ist Grund-bedingung des Gelingens, selbst des einfachsten Gegenstandes, eine schon gleich

Fig- 92.

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anfänglich bewirkte, möglichst gleichmäßige Vertheilung der an der Pfeife aufge-nommenen Glasmasse um die erste in dieselbe eingeblasene Höhlung, da dünnerePartien der Wand sich, so lange das Glas weich, stärker aufblasen, beim allmä-ligen Erkalten aber, schneller erstarrend, nicht mehr die erforderliche Schmiegsam-keit behalten würden.

Zwecklos wäre es hier, alle die einzelnen Handgriffe anführen oder beschreibenzu wollen, die zur Herstellung der so mannigfaltig geformten Producte, der sichmit diesem Theile der Glasfabrikation befassenden Hütten, erforderlich; an wenigenBeispielen werden nur die wesentlichsten Manipulationen zu erklären sein.

Als solches Beispiel für reineStuhlarbeit^, diejenige Art der Hohl-glasausarbeitung, die auf Hohlformen, in die hinein das Glas geblasen wird,verzichtend, aus freier Hand arbeitet und sich nur des oben angeführten Werk-zeugs bedient, möge hier die Anfertigung eines Kelchglases mit Fuß, wie ein solchesdie Figuren 93 A. bis ^ in den verschiedenen Stadien seines Entstehens zeigen,Platz finden.

An der 13 bis 1'8 in langen Pfeife aufgenommen, und imWallholzc"in correcte, rundliche Form gebracht (^l) so wie zumKülbchen" aufgeblasen (L),läßt der zähe Glasklumpen, den unsere Abbildungen zeigen, vorläufig noch nichterkennen, welche Form er anzunehmen bestimmt ist. Auch das folgende Ent-wickelungsstadium desselben (<7), scheint, mit seinem durch Aufstampfen aus dieMarbelplatte, Anwärmen und Behandeln mit dem Plätteisen hergestellten, ebenenBoden noch eher einer werdenden Flasche, als einem nach oben zu sich erweiterndenGlase, anzugehören, aber schon weist die größere Wandstärke am oberen Theiledes slaschenförmigen Körpers darauf hin, daß hier für eine spätere BenutzungMaterial aufgespart worden. Sollte nun ein gewöhnliches Becherglas ohne Fußhergestellt werden, so genügte schon die Entwickelungsstufe 6, um den gläsernenHohlkörper mit etwas flüssigem Glase am Hefteisen zeitweilig zu befestigen, ihn