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Weißhohlglas: Barytgläser.
Schmclzbarkeit der mit ihm hergestellten Gläser betrifft sich aber dem Bleioxydeanschließe. Wie bei den Alkali-Kalk- und Alkali-Blei-, so liegt auch bei den Alkali-barytgläsern die Zusammensetzung der besten zwischen Grenzen, wie sie den
Zusammensetzungen der hypothetischen Verbindungen 0,La0,6 8102 und
0, 2 8a0, 9 8102 entsprechen würden; wie dort, so neigen auch hier Gläser,
die sich der alkaliärmcren der beiden Verbindungen nähern, oder deren Kieselsäure-gehalt ein höherer, als der einer Sättigung R0, 3 8102 entsprechende, sehr zurEntgleisung, und wenn es anch, wie das schon früher durch Versuche zu St. Gobinnachgewiesen st, möglich ist, alkalifreie glasartige Baryt- und Kalk-Silicate herzu-stellen, so zeigt eine genauere Untersuchung, daß bei solchen eine Sättigung— RO, 2 8102 kaum überschritten werden kann, soll das Silicatgemenge im Glas-ofen noch schmelzbar bleiben.
Sind in den in Rede stehenden Gläsern mehr als zwei Basen vorhanden, sowerden sie hierdurch leichter schmelzbar, wie solches auch schon bei anderen, so z. B.den „halbirten", Natron neben Kali enthaltenden Kalkgläsern, in der Praxislängst erkannt worden, und scheint gerade dieser Umstand die Schuld daran zutragen, daß bei Praktikern die Meinung sich festgesetzt, daß der Baryt im Glase nachÄquivalenten für Natron oder Kali substituirt werden könne 2 ). -
Als alkalische Erde hat schon Döbereiner seiner Zeit den Baryt im Glasezu verwenden empfohlen, und in dieser Weise ein Glas hergestellt, dessen Zusam-mensetzung derjenigen einer Verbindung LO, ldlaO, LaO, 6 8102 entspracht).Bei Wiederholung seines Versuches, fand ich indeß, daß dieses, sehr leicht schmelz-bare Product, seiner, wie leicht erklärlich, geringen Rcsistcnzfähigkcit gegen chemischeAgentien wegen, Praktisch unbrauchbar. Gut dagegen erwiesen sich Gläser, dieich aus den nachstehenden Gemengen gewann und deren Zusammensetzung sichden durch die oben angeführten kieselsaure- und barytrcichcren Formeln ausge-drückten näherte.
Gemeng e.
Kohlens. Schwefels. Kohlensaures Schwefelsaures
Sand
Baryt
Baryt
Natron
Kali
Natron
Kali
Kohle
1.
100
67-0
—
45-0
—
—
—
—
2.
100
—
78-5
—
—
43-5
—
7-2
3.
100
—
78-5
—
46'4
—
.—
4-0
4.
100
—
75-5
—
—
—
40-0
6-6
5.
100
—
87-5
—
—
27-0
—
67
Die gewonnenen Gläser waren, mit Ausnahme des aus dem Gemenge 5erschmolzenen, alle entschieden leicht schmelzbar, ließen sich gut ausarbeiten, undbesaßen einen lebhaften, demjenigen des BlcikrystallD ähnlichen Glanz. SpecifischesGewicht und Zusammensetzung derselben wurden gefunden, bei:
st köllAot: I>0U2S Isyous. ^nu. clu Ooussrv. 2, 445.— stZoutsur^s: 6uiäsäu vsrrisr, x. 241. — st Poggendorjf's Annalen 15 j1829), 242.
Glasfabrikalivii. 18