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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Farbiges Becherglas.

die wesentlichste Rolle, und nimmt unter ihnen wieder, was die Häufigkeit seinerVerwendung betrifft, das völlig opake Milchglas, das namentlich auf Beleuchtungs-gegenstände in ansehnlicher Menge verarbeitet wird, den ersten Platz in Anspruch.Je nach den Mitteln und Wegen nun, die eingeschlagen werden, um das Productder Schmelze trübe zu erhalten, können wir verschiedene Arten des Alabaster- undMilchglases unterscheiden, und zwar: 1) Glas, dessen Trübung auf gewöhnlicherEntgleisung beruht, 2) solches, dem Zinnoxyd oder phosphorsaurer Kalk als trübendesMedium zugesetzt worden, und 3) thonerdereiches Milchglas, das als Kryolith-glas seit einigen Jahren aufgekommen ist.

Schon 1782 hatte Rsaumur erkannt, daß gewöhnliches Glas, längereZeit hindurch auf einer seinen Erweichungspunkt nur eben überschreitenden Tem-peratur erhalten, sich trübe und in eine weiße, undurchsichtige Masse von balderkennbar krystallinischem bald „amorphen" Aeußercn übergehe. Schon er plantedieses Verhalten, das als „Entglasung" in einem früheren Abschnitte eingehendbesprochen worden, für die Hüttenpraxis nutzbar zu machen, und seine Versuchehatten zum Ziel, mit dem neuen Materiale dem Porcellan Concurrcnz zu eröffnen,woher die Bezeichnung „Rsaumur'sches Porcellan". Von praktischem Erfolgewarm Rsaumur's Experimente, glückten auch einige Versuche in kleinem Maß-stabe, nicht. Doch, gelang es auch nicht, porcellanähnliches Geschirr auf die-sem Wege herzustellen, so tauchten doch, schon vor den vierziger Jahren, von Böhmenaus, getrübte Gläser unter der Bezeichnung „Alabasterglas" auf, deren Trübung,wie solches aus den nachstehend aufgeführten Zusammensetzungsangaben hervorgeht,nicht wohl anderen Ursachen, als einer während, oder nach der Ausarbeitung ein-getretenen Entglasung zugeschrieben werden kann.

Alabasterglas:

nach Psligotff: nach Stolba^): nach Stein 3):

Kieselsäure .... 80'7 82'3 79'51

Thonerde. 0'8 3'2 —

Kalk. 0'7 - 3'3 2-7S

Natron.— 5-6 —

Kali.17'8 ST 16-87

Phosphorsäure... — — 1-06

100-0 100-1 100-23

Ueber die Herstellung dieser eigenthümlich componirtcn, auffallend kalkarmen,ja, wie Psligot's Analyse zeigt, unter Umständen so gut wie kalkfreien Gläser,berichtete 1855 Schubarth H. Nach ihm wird eine Portion des Glases zunächstwie gewöhnliches Glas geschmolzen, dann ausgeschöpft und abgeschreckt. Ist danneine neue Portion eingeschmolzen, so wird das abgeschreckte Glas darauf gegeben,hierdurch die Masse stark abgekühlt, und das niedergeschmolzene Glas dann bei

J.nn. 6u. Oonssrv. 2, 636. — 2 ) Wagner's Jahresbericht 16 (1870), 27g,nach: Ehern. Notizen, Prag 1870, 15. — ch Polytechn. Centralbl. 1858, 150. Der Phos-phatgehalt dieses Glases scheint zu gering, um auf ihn die Trübung zurückzuführen.—Wagner's Jahresbericht 1 (1855), 151 nach: Preuß. Verhandlungen 1855, 103.