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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Gelbes KalkglaS.

Schwefelalkalibildung im Schmelzofen von so zahlreichen Zufälligkeiten beeinflußtwird, daß es, in offenen Häfen wenigstens, so gut wie unmöglich, nach gegebenemMuster zu arbeiten und mit Sicherheit eine vorher bestimmte Tiefe des Tons zuerlangen. Hier, wie meist, wo die Sicherheit des Vorgehens fehlt, wuchern danndie persönlichen Meinungen, so ergeht sich Bvntemps weitläufig über diesenGegenstands, bestrcitet Pelouze's Erklärung des Vorganges innerhalb der Glas-masse mit nur den Laien täuschen könnenden Gründen und behauptet, nur frischesErlen- und Pappelholz liefere den, zur Erlangung eines klaren und gutenGelbs, brauchbaren Farbstoff. Von ihm recommandirte, praktisch, da Bvntempsauf dem Gebiete der Fabrikation farbigen Glases große Erfahrungen besitzt, un-zweifelhaft recht gute Tafelglassätze, sind die nachstehenden:

I.

II.

Sand

. 100

100 Thle.

Soda

. 45

28

Pottasche

.

20

Kreide .

.3540

40

Sägespäne

von frisch

geschlagenem nassen

Pappelholze ... 4 4

Andere Autoren recommandiren als gelbfärbende Gemengezusätze oft wunder-liche Dinge, so Flamm z. B. geraspelte und unter Pottaschezusatz geglühte Pferde-und Hornviehhufe. Zweifellos können alle derartigen Färbemittel durch Kohle(und zwar ist ihrer geringeren Dichtigkeit, meist auch niederen Aschengehaltes wegen,die Holzkohle der Mineralkohle vorzuziehen) ersetzt werden, wie das schon Kunckelgethan 2 ). Eine besondere, von Neri empfohlene Art die Kohle im Gemengefein vertheilt zu erhalten, der Zusatz von feingepulvertem Weinstein zu denSchmelzmaterialien, verdient, wo letzterer leicht zu beschaffen, jedenfalls die Beach-tung gelbes Glas producirender Hütten.

Außer der großen Unsicherheit in Bezug auf die Tiefe des zu erlangendenFarbetons, der bei größerem Schwefelmetallgehalte durch ein bräunliches Orangein Mahagonibraun übergeht, besitzen die durch Reductionsmittel gelbgefärbtenGläser noch eine weitere Untugend, nämlich die, nur schwer und unvollkommen zuläutern, und leicht von Gallenblasen durchsetzt zu bleiben; dennoch ist es bishernicht gelungen, sie durch auf andere Weise in der Masse gefärbte zu ersetzen, odereine Herstellungsweise für sie aufzufinden, die sichereren Erfolg gäbe.

Ein anderes, dem Schwefelgelb in manchen Nüancen ziemlich ähnliches Gelb,oder vielmehr Orange, da die Farbe meist stark ins Rothe hinüberzieht, kann,wie das auch bereits NeriH bekannt war, mittelst Eisenoxyd hergestellt werden,dem zu solchem Zwecke neuerdings durchgängig Braunstein zugesetzt wird. Dochauch dieses Gelb giebt keine sicheren Resultate, da es bei ihm, wie bei allen Braun-

st Ouiäs äuvsrrisr, x. 352 st 351. Uebrigens hält unter Anderem auch Ebelldie Gelbfärbung durch Kohle noch fürvöllig räthselhaft". Dingler's Journal (1874),213, 56. 2 z vitiaria: Anm. zu Neri 3, 46. st vitruria, 1, 6.st J.rs viti'sriu, 1, 16.