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Gelbes Kalkglas.
steinfärbungen, sehr schwierig, in verschiedenen Schmelzen sich gleich bleibendeFarbentöne zu erhalten. Je nachdem, in Gemengen zu in dieser Weise gelb zu färben-dem Glase, der Braunsteinzusatz kleiner oder größer, werden Töne erhalten, die baldmehr ins Grünliche, bald ins Braunorange hinüberneigen, und deren bekanntesterderjenige der braunen Rheinweinflaschen ist. Für Tafelglas empfiehlt Bontempsals recht brauchbar ein nach nachstehendem Satze anzufertigendes Gemenge i), dasindeß, da in ihm die 25'5 Proc. Braunstein und Eisenoxyd auch als Flußmittelzur Wirkung gelangen, übertrieben basisch gehalten erscheint:
Sand.100
Soda. 32
Kreide. 32
Natronsalpeter . . 6
Braunstein.... 22
Eisenoxyd .... 3'5
Wahrscheinlich ist das, durch Zusammenschmelzen von Antimonoxyd mitBleioxyd herstellbare, Neapelgelb Veranlassung gewesen, daß das Antimon so viel-fach auch von den Glashütten als gelbfärbende Substanz in ihre Receptsammlungenaufgenommen worden. Opake Glasflüsse, wie sie als Email, so wie für die Her-stellung von Filigranarbeiten benutzt werden, können zwar mit großen Quantitätenvon Antimonoxyd oder Neapelgelb (im Wesentlichen antimonsaurem Bleioxyd)gefärbt werden 2 ), in durchsichtigem Glase dagegen ist, wie das auch bereitsS. 60 erwähnt, eine brauchbare, einigermaßen intensive Gelbfärbung, die unbe-zweifelbar dem Antimon zuzuschreiben wäre, bisher durch keine Erfahrung constatirtworden, begegnet man auch Vorschriften zu angeblich solches Glas liefernden anti-monhaltigen Gemengen in den Handbüchern mehrfach, so z. B. in der Dno^oloxvdisxar orärs äss matisros 3), beiLeng^) und manchem neueren Autor. Bontempsspricht sich entschieden gegen die Verwendung der Antimonpräparate in der Glas-industrie aus, und hat, bei zahlreichen Versuchen mit demselben, nie zu befriedigendemResultate kommen können °); dasselbe negative Resultat ergaben von mir gelegent-lich hergestellte Proben.
Ein grünliches Gelb, von etwas matter Färbung, wird dem Glase durchUranoxyd ertheilt. In Bleigläsern ist dieses Gelb vollständig durchsichtig,empfiehlt sich aber durch nichts; die Uranfärbung findet daher in diesen Gläsernkeine Verwendung. Wird dagegen einem Kali-Kalkglasgemenge Uranoxyd zugesetzt,so zeigt das aus solcher Mischung gewonnene gelbe Glas (Annagelb) deutlich her-vortretende Fluorescenzerscheinungen, und wird, letzterer wegen, trotz seines imUebrigen wenig ansprechenden Tones, von böhmischen und schlesischen Hüttengelegentlich als Curiosum geliefert. Ein brauchbares Annagelb für Hohlglasliefert der nachstehende Satz:
Onids du vereise, p. 351. — Siehe z. B. Salvstat: „Ueber Decorationvon Thonwaaren und Emaillage" (Wien 1871), S. 46, Nr. 3. — 3) Artikel „Verrs",S. 512. — Handbuch der Glasfabrikation, S. 417. — ^) 6mids da vsrrisr,x. 98.