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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Gelbes Kalkglas.

Sand. . . .

. 100

Pottasche. . .

. 38

Kreide . . .

. 24

Kalisalpeter. .

3

Uranoxyd . .

2

Durch Zusatz einer kleinen Quantität chromsauren Kalis, oder eines Gemischesvon Kupfer und Eisenoxyd, kann, ohne daß hierdurch die Fluorescenz zurückgedrängtwürde, der grüne Stich des Auuagelb verstärkt, ja, wie bereits erwähnt, aus demgrünlichen Gelb endlich sogar ein fluorescirendes ausgesprochenes Grün hergestelltwerden.

Bereits in Merret's „Anmerkungen in das erste Buch Antonii Neri vonder Glasmacherkunst" H ist von der Herstellbarkeit mit Silber gefärbten gelbenGlases die Rede, und findet sich daselbst der Satz: „Clavcus sagte, daß er einSilber gesehen hätte, welches 2 Monat lang in dem Glasmacher Ofen ist gccal-ciuiret worden, und hat dessen ein Theil zu zwölf Theilen Crystall gefüget, eingantz Citrünfarbigtcs Glas gegeben." Seit dieser Zeit erhält sich in den Publi-cationen über die Glasfabrikation, obgleich zuverlässig derartig gefärbte Objectefehlen, das Gerücht, es könne ein in der Masse durch Silber gelb gefärbtes Glashergestellt werden, und tritt von Zeit zu Zeit sogar in recht bestimmter Formhervor. So sagt Loysel über das gelbe Glas: „Die hierzu dienstlichen Metall-oxyde sind das Silber und Spießglanzoxyd, ersteres zu falschen Edelsteinen", undgiebt dann als „Composition zu Fensterglas und Gefäßen mit Silberoxydc" unteranderen die nachstehende 2 ):

Sand. 100 Thle.

Pottasche.. . SO— 65 „

Zerfallener Kalk .... 6— 12 „

Brocken.10—100 „

Chlorsilber. 5— 10 „

Trotz so bestimmter Angabe ist Bontemps, gestützt auf eigene directe Ver-suche, der Ansicht, aus einem derartigen Gemenge könne nie ein durchsichtiggelbes Glas, sondern höchstens ein opalartiges gewonnen werden. Ueber die Her-stellung des mit Silber in der Masse gefärbten, wie S. 59 erwähnt, von Monotzu Pantin auf der Weltausstellung von 1867 zum Ueberfangen benutzten gelbenGlases, ist seitdem auch nichts Näheres bekannt geworden. Neuerdings hat sichmit der Frage über die Färbung des Glases durch Silberpräparate Ebell ein-gehend beschäftigt, und ist hierbei zu höchst interessanten Aufschlüssen gelangt.Seinen Mittheilungen nach färbt das Silber hier als Metall. Bleifreie sowohl,als bleihaltige Gläser, nehmen Silberpräparate im feurigen Fluß auf, undzwar, ohne daß im Erfolge ein Unterschied bemerkbar, sowohl Chlorsilber und

r) vitraria p. 274. — 2 ) Besuch einer ausführlichen Anleitung zur Glas-macherkunst. Nach dem-Französischen des Bürger Loysel. (Frankfurt am Main 1802),S. 265. — 3) Dingler's Journal, 214 (1874), 401 und ff.