Gelbes Kalkglas. 289
Silberoxyd als auch gefälltes metallisches Silber. Das Schmelzproduct findet sich,nach dem Erkalten im Tiegel, stets mehr oder weniger getrübt, zeigt bald nur einins Gelbe und Graue gehendes emailleartiges Weiß; bald ein schwächer getrübtesdurchscheinendes bräunliches Grau, Braungrün, oder bläulich schimmerndes Gelb-braun. Die Trübung Pflegt, wenigstens wenn sie dichter, das Glas daher emaille-artig erscheint, nicht gleichmäßig über den ganzen Hafeninhalt vertheilt zu sein,und ist die Masse meist von Adern durchscheinenden Glases durchsetzt. In solchemGlase läßt sich dann auch Wohl in Kügelchen ausgeschiedenes metallisches Silbererkennen. Als Bleiglas, mit 2 Proc. Silberoxyd, lh-'z Stunden im Windofengeschmolzen und, so heiß als möglich, in viel Wasser gegossen wurde, zersprang esbeim Erstarren zu theils farblosen, theils gelben Körnern, welch letztere reine undsatte Färbung zeigten. Wurde das abgeschreckte Glas allmälig auf eine Tem-peratur erhitzt, bei der sich die scharfen Bruchkanten abrundeten, so dunkelte dieFarbe bedeutend nach und erreichte allmälig den tiefen, ins Nöthe gehenden,Ton des dunkelsten Bernsteins. Weiter, bis zum beginnenden Schmelzen, erhitzt,trübte sich das Gelb mehr oder weniger. An der Luft erkaltet, gewann Ebetldas silberhaltige Glas emailleartig opak, von unrein gelblichweißcr Farbe, undvon durchsichtigen orangegelben Adern durchsetzt. Als Ueberfang in dünner Schichtauf farbloses Glas aufgeschmolzen, erschien es im durchfallenden Lichte klar und,je nach der Dicke der Schicht, gelb bis abendroth, im auffallenden Licht bläulichopalisirend. Zu einer Perle geschmolzen, und in Wasser abgeschreckt, lieferte esein klares gelbes oder grauliches Korn. Unter dem Mikroskop läßt das weißeemailleartige Silberglas, bei 500- bis 800maliger Vergrößerung, eine Granulirungin gelber Grundmasse erkennen. Nach sehr langsamem Erkalten erhält man einProduct, das bei schwacher Vergrößerung, im durchfallenden Lichte, farblos und nurvon gelblichen, bläulich opalisirenden Nebelflecken durchsetzt erscheint, in denen schwarzePunkte erkennbar, die sich, bei stärkerer Vergrößerung, als im auffallenden Lichteweiße, das Licht stark reflectircnde, eckige Körper zu erkennen geben. Um jedessolche Korn herum fand Ebell, in einem gewissen Umkreise, die Färbung desGlases gänzlich verschwunden.
Diesem ganzen Verhalten des mit Silber gefärbten Glases nach, das mitdemjenigen der später zu besprechenden Gold- und Kupfergläser große Ueberein-stimmung zeigt, hat es, wie solches auch Ebell hervorhebt, den Anschein, alsHütten wir es in ihm mit einem Analogon jener Gläser zu thun, und ist die tin-girende Kraft des Silbers, steht sie auch derjenigen der beider eben genanntenanderen Metalle nach, jedenfalls eine recht bedeutende.
Die vorstehend in sxtonso aufgeführten Ergebnisse der höchst dankenswerthenEbell'schen Untersuchungen zeigen, daß die Bedingungen, unter denen eine regel-mäßige Herstellung durch Silber in der Masse gefärbten Glases stattfinden könnte,bisher zwar nicht erkannt, daß aber kein Grund vorhanden, an der Möglichkeiteines zufälligen Gelingens einer derartigen Schmelze, wie ein solches z. B. Bon-temps gelegentlich vorgekommen, ohne daß er über die dabei obgewaltet habendenUmstände Näheres anzugeben im Stande, den geringsten Zweifel zu hegen. Welchessolche glückliche Umstände nun auch gewesen sein mögen, die Verfolgung derselben,durch eine längere Versuchsreihe, würde voraussichtlich nur zu Ergebnissen vonGlasfal'rikatio». 19