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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Bleikrystall: die Schmelze.

Sand.100

Mennige.26'7

Kalkstein.13 3

Witherit.13 3

Pottasche.26'7

Salpeter. 3'3

Die Schmelze. Je nachdem der Bleikrystall, wie z. B. lange Zeit hin-durch auf den beiden bedeutendsten französischen Etablissements: Baccarat undSt. Louis, bei Holzfenerung in offenen, oder aber bei Steinkohlenfeue-rung in gedeckten Häfen erschmolzen wird, ist das Schmelzverfahren ein ver-schiedenes. Im ersteren Falle unterscheidet sich der Verlauf der Schmelze neuer-dings kaum von dem bei bleifreiem Glase üblichen, während er, wie der ganzeHüttenbetrieb, bei Benutzung gedeckter Häfen, ein von dem bisher beschriebenengänzlich abweichender ist.

Wie für das Gelingen feineren Glases überhaupt, so wurde, in alter Zeit(Neri), auch namentlich für das des Bleiglases, ein mehrmaliges Ausschöpfen,Abschrecken und Umschmelzeu des gewonnenen Productes für unvermeidlich gehal-ten, sollte der Krystall homogen und blank erhalten werden. Wurde nun auchsolches Abschrecken in den zu Anfang unseres Jahrhunderts in Betrieb befind-lichen Krystallöfen als nicht mehr unerläßlich erkannt, so war doch das damals,selbst bei Holzfeuerung übliche Schmclzverfahren, bedingt durch lange Schmelz-dauer, und möglichste Ausnutzung der vorhandenen Arbeitskräfte, ein recht com-plicirtes. Der Ofen enthielt doppelt so viel kleine, kaum über 150 Lz Glasfassende Häfen, als Arbeitsplätze vorhanden waren; in der einen Hälfte derselbenwurde der Krystall vorgcschmolzeu, dann in die andere, die Arbcitshäfen überge-schöpft (brallsr), in letzteren geläutert, und aus ihnen, damit das blanke Materialbei der lange Zeit andauernden Arbeit nicht über die Maßen abgekühlt werde,in über dem Borschmelzhafen befindlichen Arbeitslöchern ausgearbeitet. Erst durchToussaint's, des um die französische Krystallglasfabrikatiou hochverdienten, lang-jährigen Directors von Baccarat, Verbesserungen am Schmelzofen für Holzbetriebgelangte man in Frankreich dahin, das Bleiglas in bis gegen 500 Lx fassendenHäfen, in circa 12 Stunden, ohne Umschöpfen zur Arbeit fertig zu stellen, und hier-durch den Betrieb bedeutend vereinfachen, und dem anderer Hohlglashütten analoggestalten zu können; doch war mit solcher Vereinfachung ein bedeutender Brenn-materialaufwand verknüpft, da der Schmelzofen nur mit gedörrtem Holze ge-heizt werden konnte, zum Dörren aber fast 10 Proc. des Gesammtholzbcdarfesder Fabrik aufgewandt werden mußte. Die Toussaint'fchen Ocfcn, in denendann die Schmelze ca. 11 Stunden, das Läutern und Abstehen gegen 2 Stunden,und die, durch eine zum Wiederaufschüren des Ofens erforderliche Pause unter-brochene Arbeit 12 bis 14 Stunden beanspruchten, somit in 6 Arbeitstagen etwa4 bis 5 Schmelzen fertig gestellt werden konnten, glichen in ihrer Einrichtungden S. 102 beschriebenen, alten Holzöfen, ohne, oder mit sehr beschränktem Rost,die durch eine Oeffnung im Borwandgestell mit feingespalteneu, in Schwebelageverbrennenden Holzscheiten geschürt wurden.