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Bleikrystall: die Schmelze.
In einer heutigen Tages als ans Fabelhafte streifend erscheinenden Weisegestalteten sich die Bctriebsverhältnisse bei den mit Steinkohlen geheizten englischenBleiglasöfen mit gedeckten Häfen, durch die in solchen sehr viel Zeit beanspru-chende Schmelze, so wie durch damals auf der englischen Glasindustrie lastende,und dieselbe niederdrückende, erst 1845 gänzlich beseitigte Productionssteucrver-hültnisse, die ein Nachfüllen des einzelnen Hafens, ehe der ganze Ofeninhalt aus-gearbeitet worden, unmöglich machten. Die englischen Hütten schmolzen ihr Blei-glas in für damalige Verhältnisse sehr großen Häfen, brachten es dafür aber inder Woche auf nicht mehr als eine Schmelze (Freitag bis Montag früh) derenAusarbeitung dann die übrige Arbeitszeit (Montag bis Donnerstag incl.) fürsich in Anspruch nahm. Eine gewisse Langsamkeit hat sich, trotz der Aufhebungder die Freiheit der Betriebsdisposition beschränkenden Verordnungen, nach Bon-temps' Zeugniß, in der englischen Krystallfabrikation, ist auch die Zahl derwöchentlichen Schmelzen bedeutend gestiegen, noch bis auf den heutigen Tag erhal-ten, und ist es sehr fraglich, ob der von englischer Seite für Beibehaltung dersel-ben angeführte Grund: das Krystallglas müsse, soll es den hervorragenden Glanzdes englischen Produktes zeigen, bei mäßiger Glnth langsam geschmolzen werden,wirtlich so zutreffend, wie dieses selbst von Autoritäten wie Toussa int angenommenzir werden Pflegt. Der englische Steinkohlenofen fand dann auch auf franzö-sischen und belgischen Krystallhütten Eingang, wurde auch die langdauernde eineSchmelze auf dem Continente nicht mit acceptirt. Einen Einblick in seine Con-strnction giebt die umstehende Zeichnung nach Wedding's Angaben, Fig. 104a. f. S., die Stcin's „Glasfabrikation" entlehnt ist.
Ueber dem Lustzuführungscanal liegt der eiserne Rost der centralen Feue-rung -r der durch Eintragöffnnngcn o für die Kohle, welche die Ofenmauerung seitlichdurchsetzen und von der, rund um den Ofen sich herumziehenden Bank für 7 Häfena überspannt werden, mit Brennstoff beschickt wird. Die Umfassungsmaucrung desOfens bilden 7 Pfeiler, an die sich, die Zwischenräume zwischen den letzteren fül-lend, die Hafenthore lehnen. In entsprechender Höhe geschlagene Bögen, die derKappe des Ofens ck als Widerlager dienen, verbinden die Pfeiler, und eine starkeVerankerung giebt dem ganzen Bau die erforderliche Festigkeit.
Mitten in der Wölbung der Kappe ist eine Oeffnung ausgespart, die alsHauptzug des Ofens dient, und in ihrer Function als solcher, unterstützt wirddurch die Füchse //, die nahe über der Bank, zwischen je zwei Häfen, beginnend,in den Pfeilern ausgespart sind, und aus diesen in den, mit dem Abzugsrohre eversehenen RaumA, unter dem zweiten Gewölbe 6, münden. Diese Füchse wirkendann gleichzeitig auch auf gute Vertheilung der Flamme im Ofen günstig ein.Die in der Zeichnung sichtbaren in den inneren Ofenraum hineinreichenden thöncr-nen Röhren sind bestimmt, während der Ausarbeitung des Glases, die anzu-wärmenden Pfeifen aufzunehmen, die Oefsnungen m, ein Reinigen der Züge zuermöglichen. Was die Maße des beschriebenen Ofens betrifft, so beträgt dieLänge des Rostes etwa 1 w, seine Breite 50 om; die Höhe der Bank über demRost 70 om. Der innere Durchmesser des runden Ofens ist — 3m, die Höhedes Gewölbes über der Bank 1'7 m, über dem oberen Hafenrande 70 om.
In Frankreich war man, durch Besteuerungsmaßregeln nicht eingeengt,