Buch 
Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
Entstehung
Seite
318
JPEG-Download
 

318

Goldrubin.

wo es ebenfalls, je nach dem Grade seiner Vertheilung, roth, violett, blau, grün,und, in größter Dichte, leberbraun und gelb erschien. Aehnlichc Verhältnisseherrschen dann nach Knaffl auch im Rubinglasc, dessen Färbung von demVertheilungszustandc des ausgeschiedenen Goldes abhängig.

Der Vorwurf, den sich W. Müller für seine eingehenden, im Knapp'schcnLaboratorium zu Braunschweig durchgeführten, Untersuchungen über den Gold-rubin ^ zunächst gewählt, war, die cxperimcntellc Erforschung der, wie aus demVorstehenden hervorgeht, bis dahin nur sehr oberflächlich bekannten speciellenBedingungen, von welchen die Bildung goldhaltigen Glases und seine Farbcn-vcrändernng abhängt. Wie schon aus dem früher bekannt gewordenen, imWesentlichen vorstehend Aufgeführten, hervorgeht, ist die Menge des Goldes,welches erforderlich, das Glas beim Anlaufen sich rubinroth färben zu lassen,auffallend gering. Splittgerber hatte, bei analytischer Prüfung, in derartigemGlase nur 0'06, R. Böhme in vcnctianischem Rubin nicht mehr als 0'049Proc. Gold gefunden 2 ). Müller konnte, in einem schön und tief anlaufende»Zapfen von Thcresicnthal bei Zwiesel, das Gold, da seine Menge zu gering, nichteinmal quantitativ bestimmen, und erhielt aus Gemengen, die bis 50 000 Ge-wichtstheilc glasbildendes Material auf 1 Gcwichtsiheil Gold enthielten, ndchRubinglas, von ziemlich tiefem Farbcnton, bei 100 000 Thln. Gemenge aus1 Thl. Gold, noch eine sehr deutliche Rosafärbung, die erst bei einer Verdünnungbis auf die Hälfte des letztaufgcführten Goldbetrages unmerklich wurde.

Genügen somit zur Färbung des goldrothen Glases Mengen Goldes, diesich quantitativer analytischer Bestimmung entziehen, so ist andererseits auch das >

Lösungsvermögcn des Glases für dieses Metall ein sehr beschränktes, und je nach '

der Zusammensetzung der Grnndmasse wechselndes. In dieser Hinsicht erwiesensich Müller Alkali-Kalk-, und ebenso Alkali-Baryt-, und Alkali - Strontian-gläser, war auch ihre Färbung möglich, doch als für die Rubincrzcugung ungün-stiges Material, da sie nur eine für die meisten praktischen Anforderungen unge-nügende Fähigkeit Gold aufzunehmen und sich damit zu färben, besaßen, undkonnten gesättigte Färbungen, bei Verwendung derartiger Gemenge, nur nachVersatz derselben mit circa 10 Proc. Mennige erhalten werden. In Widerspruchmit dieser Beobachtung steht nur die oben angeführte Aeußerung Pohl's, sonstfinden sich als Basis der bisher publicirten Nubinglasrccepte regelmäßig Alkali-Bleigläser, und zwar fast durchgängig mit Bleioxyd stark übersetzte. Als alka-lischer Glasbcstandtheil kann sowohl Natron als Kali angewandt werden, dochgiebt, wie in vielen gefärbten Gläsern, so auch hier, das Kali die reinere Fär-bung. Guten Erfolg gab, und wurde daher von Müller meist als Basisbenutzt, der Kohn'schc Satz:

Sand.100

Mennige.125

Pottasche..... 25Kalisalpeter.... 16'7

i) Dingler'sZeurii. 201 (1871), 117. — ch Erdmann's Journ. 38 (1846), 333.