Aecorative Glasmalerei. 837
sind. Bereitet werden diese Oxhdgemengc durch Lösen der Metalle, oder ihrerOxyde, in Salzsäure, und Fällen mit kohlensaurem Natron, wie das oben fürSchwarz aufgeführte, und zwar sind die Verhältnisse der Einzelbestandthcile für:
Holzbraun Sepia Braunschwarz
Metallisches Eisen . . . 56Thle. 56Thle. 56Thle.
Metallisches Zink ... 33 „ 33 „ 33 „
Kobalt- resp. Nickeloxyd . 4 „ 12 „ 38 „
Ohne das Hinzukommen des Kobalt- oder Nickeloxydes geben Eisenoxyd undZinkoxyd ein Gelbbraun. Eisenoxyd, allein verwandt, färbt orange und sollsolche Färbung in verdünntem Zustande zur Herstellung der Fleischtöne benutz-bar sein (?).
Zur Erzeugung des Gold-Roth verwendet Salvstat, wie heutigenTages noch die meisten Glasmaler, Cassius'schen Purpur.
Ein sehr schönes Blau in Schmelzfarben, giebt eine Verbindung von Thon-erde und Kobältoxyd, entsprechend der Zusammensetzung ^1^0^, 6oO, die manals blauen Rückstand (Thsnard's Blau) gewinnt, indem man 60Thle. Kobalt-carbonat und 135 bis 180 Thle. Thonerdehydrat in Salzsäure löst, die Lösungzur Trockne verdampft, und den Rückstand glüht.
Für opake Farben dienen zinnoxydhaltige Flüsse, wie deren verschiedenebereits oben bei Besprechung des Schmelzglases aufgeführt wurden, denen diefärbenden Oxyde, resp. Oxydgemenge, zugesetzt werden. Gelb, wird auch bei ge-malten Objecten, wenn 'es durchsichtig sein soll, durch Lasur, opak dagegen, durchAufschmelzen große Quantitäten Antimonoxyd enthaltenden Bleiflusses gewonnen.
Wenig haltbar, und sich schon aus diesem Grunde für ausgebreitete An-wendung nicht empfehlend, ist die Vergoldung auf Glas. Das Gold gewinntman in dem, zu derselben erforderlichen, fein zertheilten Zustande, indem man eineverdünnte Lösung von Ducatengold in Königswasser mit Eisenvitriol fällt, undden gewonnenen Niederschlag von metallischem Golde auswäscht und trocknet.Mit etwas calcinirtem Borax vermengt, wird das gewonnene Gold dann, mitTerpentin- oder Lavendelöl angerieben, wie die eben besprochenen Glasfarben mitdem Pinsel aufgetragen, und eingebrannt, oder vielmehr dem Glase aufgeschmol-zen, endlich mit einem blanken Lazur-, Blutstein, oder Achat polirt. —
Dem nächsten Zwecke des vorliegenden Handbuches, einer Orientirung überdas Wesentlichste, dürften die im Vorstehenden über diesen Nebenzweig gebotenenAngaben genügen; für ein eingehenderes Studium der zahllosen Farbengemische,wie der Technik der Glasmalerei, muß hier auf die diesen Gegenstand behandeln-den Specialwerke verwiesen werden, so auf:
T-svist: Dort äs lapsintnrs snrvsrrs st äs 1a vitrsris (karis 1774).
Lrogniart: Lssai snr Iss ooulsnrs olltsnnssäss ox^äss installignssst üxsss pur In tusioir snr Iss äillsrsntss sorxs vitrsnx: ^.nnalss äss ininss1802 x. 58.
Desselben Autors: Nsrnoirs snr In xsintnrs snr vsrrs (karis 1829).
Lsdonllsau äsTlloirss: Nannsl äs 1a psintnrs snr vsrrs (I'aris1843), endlich:
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