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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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338
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338 Cisglas und msirende Gläser.

Unsts^ris, U. äa: lZuslipnss mots snr 1a pointnra sur vsrrs(kaum 1852).

Der Glasmalerei verwandt ist die Herstellung einiger Gläser von eigen-thümlichem Ansehen, der wie befrorcn aussehenden und der irisirenden, diehier noch kurz Erwähnung finden möge.

Für erstere wird ein nicht allzufcincs Bleikrystallpulvcr, von möglichstgleichmäßigem Korne, mit einem geringen Versätze lcichtschmelzbaren Flusses, aufdie Oberfläche des Glases aufgetragen, und werden die in dieser Weise überzoge-nen Gegenstände dann beim Brennen nur so weit erhitzt, daß die deckende Schichteben anbackt, aber noch nicht schmilzt, daher rauh bleibt. In seinen! Aeußeren stehtsolchem befrorenen Glase dassogenannteEisglas (vsrrs orngnslo, trostoä Zins«)nahe, das, schon von PcllatH beschrieben, als Curiosum, trotz seines im Gan-zen wenig schönen Aeußeren, gelegentlich stets wieder auftaucht. Es ist dies einGlas, dessen Oberfläche, von feinen Rissen nach allen Seiten hin durchsetzt, einzerklüftetes Ansehen, dem Frühlingseise ähnlich, bietet, und wird dasselbe gewon-nen, indem der noch nicht fertig erblascne Gegenstand rothglühend, rasch in kaltesWasser getaucht, dann wieder angewärmt, und nun durch weiteres Aufblasen, dieim Wasser entstandenen Risse in der Oberfläche geöffnet werden 2 ).

Die Herstellung eines schillernden, irisirenden Ueberzuges auf Glas undPorcellan, des Lüster, ist eine Erfindung Brianchon's; sie besteht im Ueber-ziehen der aus genannten Stoffen gefertigten Gefäße mit einer dünnen Hauteines durch Metalle leicht gefärbtenWismuthoxydflusses, der, auf dem mit ihmversehenen Glase in durchfallendem Lichte kaum bemerkbar, bei reflectirtcm Lichtedie Regcnbogenfarben erzeugt. In solchen Farben spielende (gepreßte) Gläserwaren, in größerer Menge, und mit recht ansehnlichen Preisen notirt (so einWasserglas gewöhnlicher Form und Größe mit 2 Fl.) von einer ungarischenFirma: I. GyorgyZa-hn in Zlatnon, 1873 in Wien zur Ausstellung gebracht,und wurden daselbst über ihre Herstellung durch den Agenten des Hauses merk-würdige Dinge vorgebracht 3). Brianchon stellt seinen Lüster her H, indem er,in einer Schale 30 Thle. Harz zum Schmelzen bringt, diesem dann allmäligund unter stetem Umrühren, 10 Thle. salpetersaurcs Wismuthopyd (wohl dasbasische Salz) zusetzt, und, wenn die Mischung braun zu werden beginnt, unterfortgesetztem Rühren, 40 Thle. Lavendelöl zufügt. Nachdem die Masse dannerkaltet, wird ein weiterer Zusatz von 35 Thln. Lavendelöl gemacht. Diesem„Fluß" setzt sein Erfinder, sollen die Regcnbogenfarben in voller Kraft hervor-treten, ein Goldpräparat, das er durch sorgfältiges Verreiben von Knallgold,Cyangold, oder Göldjodür, mit Terpentinöl, Trocknen der hierbei gewonnenenbreiigen Masse, und neues Verreiben derselben mit Lavendelöl, herstellt, im

1) Delikt, Vüs onriositiss ot' pgass Mküillgr 1-onclon 1849. Das

interessante Werk konnte, da es angeblich vergriffen, vom Verfasser leider nicht benutztwerden. —> 2s Knapp, Anitl. Bericht über die Münchener Ausstellung 1854, Gruppe IX,S. 36. — s) Polytechn. Centralblatt 1873, S. 1051, nach „Jndustrieblätter" 1873,Nr. 32. — «) Dingler's Journal 148 (1858), 172, nach'Osnie inäustriol 1858,Nars, x. 147.