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Sandstrahlproceß.
Mittheilung gemacht haben. Während Karmarsch ein Fenchthalten der Boh-rer, und der anderen, hierbei in Anwendung kommenden Geräthe, mit Terpentinölempfiehlt, wird, Pintus' Mittheilung gemäß, nach einem von Henry Mands-lay erfundenen Verfahren, das Arbeitsstück, wie die stählernen Werkzeuge, mitverdünnter Schwefelsäure, wie bei der Bearbeitung der Metalle mit Oel oderSeifcnwasfer, benetzt, und kann man, geschieht solches in geeigneter Weise, dasGlas auf der Drehbank, wie auf der Bohr- oder Hobelmaschine mit gewöhnlichenSticheln, sowie mit dem Bohrer und Feilen, wie Eisen bearbeiten. —
Großes Aufsehen erregte die, 1871 zunächst von einigen kleineren deutschenJournalen, so der „Glashütte", nach amerikanischen Zeitschriften gebrachte Nach-richt, daß, nach einer Beobachtung B. C. Tilghman's in Philadelphia, mittelsteinen Luftstrahls gegen die Oberfläche des Glases geschleuderter Sand auf dersel-ben in kürzester Zeit ein vollkommenes Matt erzeuge. Tilg hm an nahm aufein auf diese Beobachtung gestütztes Verfahren des Glasschleifens und Schneidensim October 1870 für die Nordamerikanische Union ein Patent. Nach den erstenausführlicheren Angaben die über seine Erfindung nach Europa gelangten, be-nutzte er zur Hervorbringung des Luftstromes ein gewöhnliches kotirendes Gebläse,von circa 80 om Durchmesser, welches etwa 1500 Umdrehungen in der Minutemachend, einen Windstrom von dem einer Wassersäule von etwa 10 am Höheentsprechenden Drucke lieferte. Er leitete seinen Luftstrom durch ein aufsteigen-des Rohr von 2'5 mn Weite, an dessen oberem Ende der Sand zugeführt wurde,und ließ die Glasplatte, in 2'5 bis 3 om Höhe, über der Rohrmündung langsamvorübergleiten. Eine 10 bis 15 Secunden dauernde Einwirkung des Sand-strahles genügte bei dieser Einrichtung, um ein vollständiges Matt auf gewöhn-lichem hartem Glase herzustellen. Wurde die Glasoberfläche mustcrartig miteinem weichen oder elastischen Material, wie Papier, Kautschuk, oder Oelfarbebedeckt, so griff der Sand nur die freigelassenen Partien an, und war es dahermöglich, in dieser Weise Zeichnungen, matt auf blankem Grunde, oder umgekehrt,auf der Glasoberfläche herzustellen.
Seitdem hat Tilghman sein Verfahren weiter ausgebildet, und seine inThätigkeit ausgestellte Sandstrahlmaschine, sowie die mittelst derselben ausgeführ-ten Arbeiten in Glas und harten Steinen, gehörten zu den interessantesten Ob-jecten der amerikanischen Abtheilung der Wiener Weltausstellung. In Folgemannigfacher Vervollkommnungen seines Verfahrens, namentlich bezüglich der Re-gnlirung des Sandstrahles, ist Tilghman nunmehr im Stande, mittelst seinesVerfahrens nicht nur nach directen Zeichnungen auf das Glas oder nach Schablo-nen zu arbeiten, sondern ebenso photographische Copien feiner Bleistift- wie Feder-zeichnungen und, da auch in direct nach der Natur aufgenommenen Gelatinebil-dern die Lichter und Schatten Gelatineschichten von ungleicher Dicke und Widerstands-fähigkeit erzeugen, auch solche Aufnahmen nach der Natur auf Glas zu übertragen.
Die Construction der einzelnen Theile des Apparats ist, den an denselben
ler's Journ. 162 (1861), 157, nach Verhandl. des Vereins zur Beförd. des Gewerbfl.in Preußen 186t, S. 191. — I Polytechn. Centralblatt 1872, S. 76 und 1591.