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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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343
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Miißsäureatzung. 343

Gläser, benutztH. Als Deckgrund diente meist Wachs, oder ein Gemengevon Wachs und Terpentin, an dessen Stelle neuerdings ein anderer, deraber, während die Zeichnung ausgeführt wird, warm erhalten werden muß,nämlich eine Guttapercha- oder Kautschukmischung, die man erhält, indem man1 Thl. Guttapercha in 3 Thln. Terpentinöl in gelinder Wärme löst, und mit die-ser Lösung 4 Thle. Wachs und 1 Thl. Talg zusammenschmilzt, oder 1 Thl.Kautschuk in 8 Thln. Steinöl gelöst, in der Wärme mit 4 Thln. Wachs, 1 Thl.Harz und 1 Thl. Talg vereinigt, durch B. Richardson in Wardsley empfohlenwurde 2 ).

1833 gelangte die Flußsäureatzung in ein neues Stadium der Entwickelung:Eh. Breese in London kam in diesem Jahre um Patentirung eines Verfahrensein, mittelst dessen er zunächst auf Papier gedruckte Negative der zu ätzendenZeichnung auf das Glas übertrug, und hierbei, nach Bontemps'Bericht rechtgute Resultate gewann. Durch die Weltausstellung von 1855 in Frankreich be-kannt geworden, wurde dann die Uebertragung vorher gedruckter Negative auchhier bald heimisch, und hat es seitdem, bei weiterer Ausbildung, zu stattlicherEntwickelung, sowohl was ihre Leistungen, als was die Masse des in dieserWeise verzierten Glases betrifft, gebracht. Das Hauptverdienst um Fortbildungund Förderung dieses Industriezweiges, zunächst auf französischem Boden, fälltL. Keßler in Boulay zu.

Soll die Aetzung befriedigend ausfallen, so ist nach Keßler H erforderlich,daß der Deckgrund auf den blank zu erhaltenden Partien eine Stärke von minime0'5mm habe, und besteht die Hauptschwierigkeit nun darin, eine so dicke SchichtFarbe, die sich wenn erforderlich leicht wieder ablösen muß, auf dein Papier, vondem sie auf das Glas übertragen werden soll, zu fixiren. Nach in dieser Rich-tung angestellten, zahlreichen, vergeblichen Versuchen mit den gewöhnlichen Druck-methoden, gelangte Keßler endlich bei dem im Folgenden beschriebenen Verfah-ren zu guten Resultaten. Auf einen möglichst vollkommen geebneten, dann mitBimsstein sorgfältig polirten lithographischen Stein zeichnet man, mit einerLösung von Asphalt in Terpentinöl, das auf dem Glase anzubringende Ornament.Ist die Zeichnung getrocknet, was etwa IT /2 Stunden Zeit beansprucht, so wirdder Stein mit einem Wachsrande umgeben, eine Schicht mit Salzsäure ange-säuerten Wassers aufgegossen, und durch dieses die freigcbliebenen (den auf demGlase durchsichtig bleibenden Stellen entsprechenden) Zwischenräume der Zeich-nung etwa O's mm tief weggeätzt; hierauf die Säure abgegossen, und der Stein,zuerst mit Wasser, dann, um den Asphalt zu entfernen, mit Terpentinöl, gerei-nigt. Der geätzte Stein wird nun auf einen mit mehreren Lagen Tuch belegtenniedrigen Wagen gebracht, der Dcckgrund für das zu ätzende Glas: eineMischung von 2 Thln. Stearin, 3 Thln. Asphalt und 3 Thln. Terpentinöl, dickaufgetragen und der Ueberschuß der Farbe mittelst eines vollkommen geradkan-tigen Schabers, der über Stein und Deckgrundauftrag hingeführt wird, abge-

I) Wagner's Jahresbericht 13 (1867), 360. — 2 ) Polytechn. Centralblatt 1859,S. 410, nach „lUnstratsä invsnlor".^- s) Ouiäs ckn vsrrisr x. 742. — I Poly-techn. Centralblatt 1859, S. 810, nach Cosmvs XIV, S. 344.