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Flußsäureätzung.
Aetzens obwaltenden Umständen, ein sehr verschiedenes; wird mit gasförmigerSäure gearbeitet, so erscheinen die angegriffenen Partien vollkommen matt, wässe-rige Flußsäure dagegen giebt, je weniger eoncentrirt verwandt, um so blankere,fast durchsichtige Flächen. Achnlich wie die gasförmige Säure wirken die Lö-sungen einiger Fluorüre, so des Fluorammoniums, dessen Anwendung sichKeßler, nachdem es, wie bemerkt, schon Berzelius empfohlen war, 1858 Paten-tiren ließ.
Tessis du Mathah und Marschal in Metz, die eine Reihe von Ver-suchen mit löslichen Fluorüren anstellten, um innerhalb eines flüssigen BadesFlußsäure zu entbinden, und hierdurch die Säure in statu imsosnäi für ihreAetzungen benutzen zu können, gelangten hierbei zu dem Ergebnisse, daß für einetief matte und regelmäßige Aetzung ein Bad aus 1000 Gewichtstheilen Wasser,250 Theilen krystallisirtem Fluorwasserstoff-Fluorkalinm und 250 Theilen käuf-licher Salzsäure, dem 140 Theile schwefelsaures Kali zugesetzt würden, das besteResultat gebe. Das schwefelsaure Kali wirkt nach der Ansicht der Genanntendahin, die Löslichkeit des sich während der Aetzung bildenden Fluorcalciums, resp.Fluorbleis, zu verringern, und kann durch andere Salze, so schwefelsaures Ammo-niak, Kleesalz oder Zinkchlorid, ersetzt werden H.
Nach der Auffassung Tessis du Mothay's und Marschal's wäre dasschöne Matt, das mit ihrem Bade, das unter anderen Baccarat, St. Louisund Le Fort in Metz regelmäßig benutzen, gewonnen wird, jenen unlöslichenFluorüren zuzuschreiben, die auf den angeätzten Stellen zurückblicken. Keßler,der die Sache näher untersuchtes, fand, daß eine krystallinische Abscheidung dergenannten Fluorverbindungen beim Netzen mit dem Tessis'schen Bade allerdingsstattfinde, daß aber die ausgeschiedenen Krystalle nicht dadurch zum Hervortretendes guten Matt beitrügen, daß sie den angeätzten Flächen bleibend anhaften,sondern dadurch, daß sie während der Aetzung selbst, wie ein in Punkten aufge-tragener Dcckgrund wirken, und durch localcn Schutz des Glases gegen dieFlußsäure, zahlreiche kleine Unebenheiten zurückbleiben lassen, die in ihrer Ge-sammtheit das körnige Matt ergeben. Der Zusatz von Salz im Bade trägt, wiedas schon Tessis richtig erkannt, dazu bei, den Absatz der Fluoride krystallinischerfolgen und sie dem Glase anhaften zu lassen. Wendet man als ActzmittclFluorammonium an, das auch ohne Zusätze stets matte Aetzung giebt, so sind dieanhaftenden und schützenden Krystalle noch deutlicher, und schon mit der gewöhn-lichen Lupe erkennbar-
P. Weiß köpf hat neuerdings wieder auf das älteste Aetzmittel, ein Gemengevon Flußspathpulvcr mit concentrirter Schwefelsäure, das er aus den Aetzgrunddirect aufträgt, zurückgegriffen °), das Warum ist unklar.
. Läßt sich nun auch die Ornamemation durch Schnitt, seit der Nutzbarmachungdes Umdrucks der Dessinnegative, mittelst Flußsäureätzung billig imitircn, und sind,bei sorgfältiger Handhabung dieses Verfahrens, auch mittelst desselben ganz schöne
U Dingler's Journal 181 (1866), 217, nach Ooinpt. i-suä. 62, 301.
2) Dingler's Journal 185 (1867), 222, nach Ooirrxt. i-suä. 64, 177.
3) Dingler's Journal 206 (1873), 469.