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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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346
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346 Uhrglasfabrikation.

Effecte, namentlich, wo es auf Wirkung in der Entfernung abgesehen, erreichbar,wie das die Handelswaarc französischer Krystallenen, und unter Anderen vonA. Nyssem L Comp. in Brüssel in Wien ausgestellt gewesene gegossenePlatten darthun, die in mehreren Tönen des Matt künstlerisch ausgeführte Nutzun-gen vorführten, so ist andererseits nicht zu leugnen, daß man bei genauer Betrach-tung die Schürfe und Bestimmtheit der Contur mpstergiltigen Schliffs an geätztemGlase doch stets vermissen wird.

Ehe wir das Gebiet des Bleikrystalls verlassen, muß hier noch kurz derFabrikation einer Specialität, die zur Zeit auch meist aus Bleikrystall geliefertwird, der Uhrgläser, Erwähnung geschehen. Zur Zeit der „Nürnberger Eier"und verwandter voluminöser Taschenuhren, waren die zum Schutze der Zeiger unddes Zifferblattes angebrachten Gläser durchgängig Kugelcalotten, die, aus Glas-ballons von passender Rundung ausgeschnitten, bei kleinem Krümmungshalbmessersich hoch wölbten. Damit diese Gläser sich an ihre Metallfassnng überall gleich-mäßig anlegten,, war ihre Schnittkante sauber abgeschliffen. Mit dem Aufkommender flachen Cylinderwerkc trat das Bedürfniß hervor, für diese nun auch wenigergewölbte Gläser zu beschaffen, und kamen die diesen Artikel producirenden, nament-lich böhmischen Hütten solchem Bedürfnisse zunächst in der Weise nach, daß sieihre Waare entweder aus dicken Tafeln nach innen zu tellerförmig ausschliffcn,oder den wie früher nur ein Glas liefernden kleinen Ballons einen abgeflachtenBoden gaben, diesen dann absprengten, und nachdem seine Schnittkanten abge-schliffen, als Uhrglas in den Handel brachten. Doch auch letztere Herstellungs-methode war nicht geeignet, die Waare zu niedrigem Preise liefern zu können;sollte solches ermöglicht werden, so war zunächst darauf hinzuarbeiten, das bisdahin für unvermeidlich gehaltene Ansblasen je eines besonderen kleinen Ballonsfür jedes einzelne Glas zu beseitigen. Die erste hierhin zielende Vervollkomm-nung der Uhrglasfabrikation, eine Erfindung einiger Genfer Fabrikanten, bestanddarin, an Stelle der einzelnen kleinen Kölbchen größere Kugeln auszublasen, ausdenen mittelst eines Diamants, der in geeigneter, verstellbarer Fassung im Kreiseum einen gegen die Glaskugel gestemmten Knopf herum geführt wird, zehn flacheKugelcalotten ausgeschnitten wurden, und den so gewonnenen sphärischcn Gläserndann durch Einpressen derselben in glatte Thonformen, wozu ein abgerundeterStempel aus xaxisr maolrs von gegen 2 om Durchmesser benutzt wurde, dieeinem Teller ohne Rand ähnliche neuerdings verlangte Form zu geben. Dochauch noch bei dieser Herstellungswcise waren die Gestehungskosten, außer inBöhmen mit seiner spottbilligen Handarbeit, zu groß, da selbst in der bestenForm das Glas den Glanz der Oberfläche verlor, und nicht so eben ausfiel, daßes ohne Nachhilfe durch Schliff und Politur den gestellten Anforderungen derConsumenten genügte. Der Firma Walter L Berger zu Götzenbrück, diefrüher nach dem eben beschriebenen Verfahren ihre Uhrgläser prodncirte, gebührtdas Verdienst, den Schliff auf ein Minimum reducirt und hierdurch die Fabrika-tion der flachen Uhrgläser, trotz des niedrigen Preises dieses Artikels, zu einerlohnenden gemacht zu haben. Nach dem ihnen patentirten Verfahren verwendenWalter L Berger zum Ausschneiden der rohen, sehr flachen Calotten, Glas-