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Gemusterte Glasstübe.
bilden und die hierbei entstehenden Zwischenrämne mit anders gefärbtem Glasezu füllen. In dieser Weise ist z. B. einem erzeugenden Glascylinder die Anord-nung gegeben, der nach dem Ausziehen das Querschnittmustcr Fig. 114 hervor-treten läßt.
Wird dem aus einfarbigem Glase hergestellten Vollcylinder, parallel seinerLängsaxe, an einer Seite ein Stäbchen andersfarbigen Glases aufgeschmolzen,der Cylinder nun ausgezogen und hierbei schuurartig gedreht, so gewinnt maneinen Stab, an dem der daraufgeschmolzene Faden den Kern, über die Oberflächedesselben hervorragend, schraubengangartig umschlingt. Engere derartige Gängeerhält man, wenn an Stelle des einen Fadens mehrere aufgeschmolzen werden,breitere Bänder endlich, wenn statt dünner runder Stäbchen abgeplattete breitereGlasstreifen verwandt werden. , ^
Soll die Verzierung den Mantel des Stabes nicht überragen und wird eindurch Nebeneinanderlagcrung mehrerer in die Hauptmasse eingebetteterStäbchen gebildetes Muster verlangt, so werden die dasselbe bildenden „Elemente"nicht mehr einzeln dem auszuziehenden Cylinder aüfgeschmolzem In einer kleinenForm aus gebranntem Thon, auf deren Boden sich etwas feuchter Lehm befindet,stellt man, um hier zunächst den einfachsten Fäll zu nehmen, einen'Kreis ein-ander berührender, mit durchsichtigem, farblosem Glase überfangpner Elemente inder Weise auf, daß die unteren Enden derselben in den weichen Thon am Bodender Form eingedrückt werden, Fig. 115 u. 116, und wärmt dann Form und Stäb-chen in einem Ncbenofcn an. Ist dieses geschehen, so bildet der Arbeiter amHefteiscn einen Vollcylindcr aus farblosem Glase, dessen Dicke dem freien Raumeinnerhalb des Stabkranzes nahezu entspricht, wärmt diesen stark an, senkt ihnFig. 115.
Fig. 116.
zwischen die Stäbe in die Thonform ein, und staucht ihn hier zusammen, bis er-den Raum innerhalb der Stäbe möglichst vollkommen füllt und die letzteren berührt.Die farbigen Elemente heften sich dem farblosen Kerne hierbei in ihrer ganzenLänge fest an, können daher mit ihm aus der Form herausgehoben und, vonNeuem angewärmt und erweicht, auf der Marbclplattc in einen den Cylinder um-hüllenden gestreiften Mantel mit ungcrippter Oberfläche verwandelt werden. DenGlasfabrikation. OZ