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Farbige Glasstäbe.
getrocknet, in das flüssige Glas und nimmt von diesem die erforderliche Mengean demselben auf. Er hebt nun die Spitze seines Stabes in die Höhe, durchstichthierdurch das aufgenommene Glas und formt aus diesen: dann durch raschesDrehen, und wenn erforderlich Wiederanwärmen, um den Stab herum eine Wulst,aus solcher die rundliche massive Perle. Ist dieses geschehen, so legt er den Stabauf das Auflagereisen und läßt, während er an einem zweiten Stäbe eine neuePerle ausarbeitet, die erste vollständig erstarren, um sie, die durch die zwischen-gelagertc Thonschicht am Eisen nicht haftet, dann mit einer Gabel von dem letzterenabzuschieben. In dieser Weise kann ein geübter Arbeiter Per Stunde, je nach derGröße der anzufertigenden, Paterln, etwa 150 bis 500 Stück herstellen. Bis-weilen werden diese hann auch noch, wenn sie eben erstarrt, mit Fäden anders-farbigen Glases umzogen, oder nach völligem Erkalten von den Glaskuglern eckigabgeschliffell und polirt. —
Wird der an einem festen Eisenstabc durch Marbeln des dem Hafen ent-nommenen Glases gebildete Bolleylinder nicht nachträglich ausgehöhlt, sondern alssolcher ausgezogen, s3 entsteht, wie dort eine Röhre, so hierein voller Glasstabvon kreisförmigem Querschnitte^. nnd werden ebenso aus am Hefteiscn gebildetenprismatischen Glasmassen Stäbe von Polygonalem Querschnitte mit, je nach derWeichheit der ausgezogenen Masse, mehr oder weniger scharfen Kanten gewonnenwerden. Ist der auszuziehende Cylinder mit einer Schicht Glas von einer, vonderjenigen des Kerns verschiedenen Färbung umhüllt, überfangen worden, so ziehtsich dieser Uebcrzug gleichmäßig mit der Masse des Kerns aus, und das Ergebnißist ein Stab, von dessen Querschnitt Fig. 110 ein Bild giebt.
Werden sieben solcher Stäbe, „Elemente", in der Weise, daß um einenherum sechs andere sich an einander schließen, angeordnet (Fig. 111), vorläufigmit einem Draht zusammengebunden, -dann am Hefteiscn aufgenommen,
Fig. HO. Fig. 111.
Ng- 112.
Fig. 113.
Ng. 114.
angewärmt und, nachdem sie erweicht, durch Hin- und Herrollen auf der Marbel-platte zu einem einzigen cylindrischen Glaskörper vereinigt, so wird dieser den Quer-schnitt Fig. 112 zeigen, woraus nachdem der Glaskörper ausgezogen, durch Juxta-position von abermals sieben Stäben der letztbeschriebenen Art, die in Fig. 113wiedergegebene Querschnittmustcrung hergestellt werden kann u.s. w. Schon hierbeisind, werden Stäbe von verschiedener Färbung angewandt, sehr mannigfaltige Combi-nationen möglich; noch complicirtere und schönere Dessins werden gewonnen, wennsich der Arbeiter der Mühe unterzieht, die schichtweise angelegten und angewärmtenGlasstäbe mit der Zange nachzuformen, beispielsweise dreiseitige, mit einer Kantenach außen gekehrte Prismen, die sich zu Sternpolygonen vereinigen, aus ihnen zu