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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Millefiori.

und zeigt, wird das Kölbchen auf nicht kugelige Form verarbeitet, stets eine größereoder geringere Verzerrung seiner Elemente.

Nach den zahlreichen Ueberresten an Gesäßen und Gefäßfragmenten aus der-artigem Glase, dem übrigens häufig neben den bisher aufgeführten, mit der Längs-achse des Stabes, aus dem sie geschnitten, normal zur Glasoberfläche gerichtetenElementen, auch zu letzterer schräg gestellte Fragmente oder ihr parallele esuusritorti eingefügt sind, zu urtheilen, muß in Aegypten, Rom wie Byzanz dieFabrikation solcher mit dem älteren venctianifchcn tsrmiuns tsolluieus als „vssikioriti", neuerdings als „vssi millskiori" bezeichneter Hohlgläser eineschwunghaft betriebene gewesen sein, und sind derartige farbreiche Gefäße wohl auchjene ägyptischen „oslioss sllsssoutss" gewesen, die das Alterthum so hoch schätztest.Auffallend ist, daß die ältere Glastechnik das später von Venedig in seinem Prunk-glase mit so glänzendem Erfolge beobachtete und demselben besonderen Reiz er-theilende „Gesetz des radialen Zusammenlaufend aller Filigranfäden nach einemConcentrationspunkte" nicht gekannt zu haben scheint 2 ).

Bereits in der historischen Einleitung ist erwähnt worden, daß Venedig derErbe der antiken Fertigkeit in der Handhabung des Kunstglases gewesen, sowiedaß sowohl locale Verhältnisse, wie auch der ausgebreitete Handel der Lagunen-stadt daranf hinwirkten, daß die reiche Erbschaft kein todtes Capital blieb. Schondie ersten Nachrichten, die wir aus dem Jahre 1180 über die Glasindustrie Vcnedig-Muranos besitzen, zeigen, daß die Venetianer es verstanden, durch Beschränkung dereinzelnen Etablissements auf ein enges Gebiet der Technik, die Leistungen der schon im14. Jahrhundert als „sr8 ts.ua noliilis" bezeichneten Industrie zu heben, und durchstraffe Controle alle sich etwa cinschleichenden Ungehörigkeiten, die den hohen Rufihrer Kunst beeinträchtigen konnten, im Keime zu ersticken. Die Allgemeinheit der invier Classen zerfallenden Hütten, repräsentirt durch einen jährlich gewählten Ausschuß(oomxsrto), zu dem die Hüttenbesitzcr fünf, die Arbeiter vier Mitglieder stelltenund der aus seiner Mitte den Vorsitzenden (Zsstsläo) ernannte, wachte über diePflichterfüllung der Arbeitgeber so gut wie der Arbeiter. Zwei soxrostsuti, diejederzeit Zutritt in die Hütten hatten, controlirten im Detail die Arbeit und sorgte»für die Aufrechterhaltung der Beschlüsse des oomxsrto. Letzteres prüfte überdiesdie eingelieferten Meisterstücke und ertheilte dem Einzelnen das Recht als Meisterzu arbeiten, es zog von jedem Hüttenbesitzcr, wie von jedem Meister, regelmäßigeBeiträge ein, die zu allgemeinem Besten verwandt wurden, und empfing schon im14. Jahrhundert von jedem Besitzer einen Ducatcn, vom Meister den Lohn füreinen Arbeitstag, zur Erhaltung der Schulen für die heranwachsende Generationder Glieder der in sich fcstgeschlosscnen, dabei allerdings auch nach außen hermetischabgeschlossenen Zunft, die einen gesonderten Staat im Staate Venedig bildete, seit1445 ihren eigenen Kanzler, sowie einen Nuntius beim großen Rathe in Venedig

st Bries des Hadrian: Voxise. Laturu. 8, 6: „Oslioss tidi sllsssontss (ick sst)vsrsivolorss t-rsusmisi, i^uos iniüi ssosräos tsiuxli odtulit, tibi st sorori mssssxsoislitsr cksckiostos, guos tu vslim ksstis äisdns oonviviis scküibebss." —st Wenigstens behauptet solches Semper mit großer Bestimmtheit. (Der Stil in dentechnischen und tektonischen Künsten. München 1860 bis 1863 2, 201.)