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Filigranglas.
ritoi-ti", die Drehung, sich über den Glaskörper fortsetzend und allmälig abnehmend,das gewünschte Muster liefert, für das Fig. 122 ein Beispiel giebt.
Bei genügender Uebung des Arbeiters ist dieAnwendung einer Form zum Auftragen der dieMusterung ergebenden Stäbe auf das Kölbchen nichtunbedingt erforderlich, und können die farbigen Ele-mente auch aufgenommen werden, indem das cylin-drisch gemarbelte und hierauf gut angewärmte Kölb-chen über die auf erhitzter Metallunterlage nebeneinander hingelegten Stäbe, parallel der Längsrichtungder letzteren, unter leichtem Druck hingewälzt wird;wenn aber Semper berichtet, er habe in MuranoGlasgefäße von ziemlicher Größe und complicirterZeichnung des Filigrans arbeiten sehen, indem man die Glasstäbe auf einemheißen Metallunterlager der Reihe nach neben einander ordnete, hierauf das „heißeEnde der Pfeife" über dieses Lager von Stäben langsam hinrollte, wobei letztere,in dichter Reihung und gleicher Richtung mit der Längsachse des Rohres, an letzteresanklebten, hierauf die Stäbe im Ofen aneinanderschweißte, den hierdurch erzeugtenGlascylinder unten zusammenkniff und nun aus solchen Cylinder das Gefäß aus-blieb); so ist dieser Angabe gegenüber der Verdacht nicht wohl zu unterdrücken,daß der Berichterstatter das cylindrisch gemarbelte glühende Kölbchen mit demheißen Pfeifenende verwechselt habe.
Vielfach wird bei der Fabrikation von Filigranhohlglas auch in der Weiseverfahren, daß man, anstatt die Stäbe in der Thonform, in der sie angeordnetworden, bis zur Benutzung zu belassen, sich aus denselben zusammengeschnürte Hohl-cylinder, „Hülsen", bildet. Zu solchem Zwecke wird in die obere Oeffnung des inder Form arrangirten Stabkranzes (Fig 123 a. f.S.) ein gerade in denselben hin-einpassender Glasring, von einem dünnwandigen Cylinder farblosen Glases abge-sprengt, geschoben, und werden die Stäbe dann mit der Hand an diesen angedrückt,mit einem dünnen Mctalldraht umschlungen, und die Enden des letzteren fest zu-sammengedreht. Die zwischen Ring und Draht eingeschnürten Stäbe können nunvorsichtig aus der Form herausgehoben und der aus ihnen gebildete Hohlcylinderumgekehrt werden. Er wird auf eine ebene Platte niedergesetzt, in sein nochfreies Ende ein dem ersten gleicher Glasring eingeschoben, und dann auch diesesmit Draht umschnürt, wodurch die Hülse, in der durch Fig. 124 wiedergegebe-nen Form gewonnen, zu gelegentlichem Gebrauche aufbewahrt werden kann.Vor ihrer Verwendung wird sie dann angewärmt, und hierauf das Kölbchen,aus farblosem Glase, in derselben Weise wie oben in die Form, in sie hinein-geblasen.
Die Benutzung solcher Hülsen führt uns zur Herstellung einer besonderenGattung der Filigrangläser, der bereits von den alten Venetianern geliefer-ten „reticulirten Gläser" (vasi a rstioalli), die, wie Fig. 125 zeigt,ein regelmäßiges, durch sich kreuzende, mittelst eines großen Zusatzes von
Fig. 122.
i) Der Stil 2, 201, Anm. 2.