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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Fensterglas.

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Glasgespinnst,

böhmisches (?) Flechtwerk Brunsaut's Watte

Kieselsäure.57 39 68'93

Thonerde und Eisenoxyd .... 1'94 1-96

Manganoxydul. 0'72 Spuren

Kalk. 13-85 9-82

Magnesia. 0'35 0'49

Natron. 1-02 14-13

Kali. 22-70 3-92

Antimonoxyd. 0-16 —

Arsensäure.. . 0-55 —

Glühverlust bei directer Rothgluth. 1'72 0'73

100-40 99-98

Die Zusammensetzung des älteren Gespinnstes zeigt hiernach große Verwandt-schaft mit derjenigen böhmischen Kaliglases, doch dürfte der niedrige Kieselsäure-,sowie der hohe Arsengehalt darauf hinweisen, daß wir es in diesem Glase miteigens zum Verspinnen in schwacher Ofenhitze erschmolzenem Material zu thunhaben. Brunsaut's Glas ist, der Zusammensetzung nach, fast identisch mitgewöhnlichem Weißhohlglas.

Neben geradfadigcm Gespinnst stellt Brunfaut auch gelockte Fäden her,die er zu Schmuckgegenständen, sowie zu seiner besonders schönen „Glaswatte"verwendet. Daß er indeß nicht der erste, dem solches gelungen, zeigt eine sichschon bei Leng findende Angabe, in der es u. a. heißt: „Beim Anfühlen zeigendie gesponnenen Glasfäden viel Ähnlichkeit mit den Haaren, und lassen sie sich, mitHülfe eines heißen Eisens, wie diese kräuseln" ^).

Neuerdings ist es auch P. Weiskopf zu Morchenstern in Böhmen gelungen,sich filzen lassende Glasfäden herzustellen, und beginnt für diesen Artikel auchschon anderweitig die Concurrenz sich zu regen, so z. B. in Productcn Fr. Zitz-mann's in Lauscha (Thüringen), der die „Glaswolle" bedeutend billiger (ob aucheben so schön?) als Brunfaut liefert.

Die Tafelglasfabrikation.

Wie die verschiedenen Formen des Hohlglascs sich aus dem an der Pfeifeaufgenommenen und erblasencu Külbchcn entwickelten, so entstammt solchem kleinenund dickwandigen Ballon, wie das schon früher erwähnt worden, auch alles ge-blasene Tafelglas, auf dessen verschiedene Herstellungswciscu wir nun nähereinzugehen haben.

Glasfabrikation, S. 520.