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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Fensterglas.

Früh schon war, wie wir gesehen, wenigstens ordinäres Hohlglas zu einem,man darf wohl annehmen, allgemein verbreiteten Gebrauchsartikel geworden, anderssteht es in dieser Beziehung mit dem gläsernen Fensterverschlusse, hielt man esdoch noch 1546 für der Erwähnung werth, daß die Schlafkammer in Luther'sgräflicher Gastwohnung zu Eisleben durch eingefügte Fenster wohl verwahrt warJ.

Von ägyptischer Tafelglasfabrikation wissen wir nichts, und wenn auchziemlich ebene, dicke Scherben ungefärbten Glases aus den Trümmern Pompejis,sowie ein daselbst gefundener Bronzerahmen, in dem die Scheiben durch drehbareRiegel festgehalten wurden 2 ), als Beweis dafür dienen dürfte, daß dem späterenAlterthum das Glas, als lichtdurchlassender Raumabschluß, nicht gänzlich fremdgewesen, so dürften gläserne Fenster auch im kaiserlichen Rom doch immerhin nochzu den Seltenheiten gehört Habens. Es sind scheinbar auf Glasfenster deutbare ge-legentliche Bemerkungen damaliger Autoren so wenig präcise, daß sie eben so gutauf Verkleidungen mit gefärbten Glastafeln, oder an Wänden und Decken, ange-brachte Glasmosaike gedeutet werden können H.

Die ältesten nicht mißzudeutenden Erwähnungen gläserner Fensterscheibenfinden sich bei den Kirchcnvätern Lactantius (st 325 zu Trier) und Hieronimus('s 420)5), und aus der Mitte des 5. Jahrhunderts erfahren wir hierauf, daß dieSophienkirche zu ConstantinopelGlasfenster besitze^). Gegen Ende des 7. Jahr-hunderts schmückt der Abt Benedictus die Kirche seines Klosters Uviramutha

Freytag, G., aus dem Mittelalter, S. 1. Daß indessen der gläserne Fenster-verschluß im 16. Jahrhundert nicht allgemein so selten, wie es nach diesem Citat scheinenkönnte, beweist die nachstehende Stelle bei Mathesius: „Laßt es auch dankens werbt sein,das man auch Fenster mit glas für wind und kelt also verwaret, das dennoch die liebeSonne und das taglicht dadurch zu uns in unser stube und camin scheinen können, wennman die glasscheyben in ein bley setzet, und fein darneben so genau aufzwicket, das sieWasser halten, oder wenn man auch tafelglasrauten, fischschuppen und quartirfenster macht."(Sarepta 18 , 275). — 2 ) Rontsrnxs: (knicks, x. 224, nach Nu^ois: Iss Ruinesäs Roinxsi (Rarig 1814—1835) 2, 77. — 3) „Der Jude Philo erzählt in seiner Ge-sandtschastsreise zu Caligula, wie dieser Kaiser zu Alerandrien den Befehl gegeben, daßdie Fenster eines Saales mit Hellem Glas, dem laxis sxsoularis ähnlich, verschlossenwerden sollten." Jlg. bei Lobmayr: die Glasindustrie, Seite 26. — ^) ssnssa

<1. X. 90 1 „Rsnxsr sibi vickstur no sorckiäus, nist — vitro absoonckitur oainsra."stntius: Lilvas 1: „RllulMni ouinsrns vnrio tastiAiu vitro, in sxsoiss, anirnos-gus nitsnt." — Rlinius: llist. nut. 36 , 189: „^.Arixxu in tlisrinis gnnsKonmsIsoit — non äullis vitrsas knotnrns SAnaarus, si prius invsntuin ick tüissst antu xaristillus sog-snss, ut äixiinns, 8ouuri, xsrvsnissst in ouinuras." RlnvinsVoxisons: „l>s llusus (Rirrni) äivitiis naulta äionntur. kkurn st vitrsis ciunckrs-turis llituinins aliisgus nrsäicminsntis inssrtis ckoinuin inänxisss xsrüidstnr."(Nach Hamberger „Vitri llistorin". Oonirnsntnrii sovietatis OöttinAsnsis 4(1754), 127.)— 5) Raotnntins: Rs opik. Osi 8, 2: „vsrius st rnsnitsstius sst,insntsin ssss, gnas xsr ooulos sa, gnus sunt opxosita, trunssxieiat cgnusi xsr ksnss-trus xsrluosnts vitro, ant sxsoulnri laxicks obäuotas.^ Hieronimus in einer Notezu Ezechiel 41 , 16: „Rsnsstras c^uogus srnnt kuvtns in inockuin rstis, instaronnosllorurn, nt non sxsonlari laxiäs, nso vitro, ssä li^nis — skancksrsntur"(beide Citate nach Hamberger I. 0 .). — kh Ersch und Grub er: Allgem. EncyclopädieI. Sect.: „Glas.^