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Tafelglas: Böhmische Fabrikationsweise.
Tafelglassätze:
I.
II.
III.
Sand.
100
100
100
Glaubersalz . .
33 bis 40
36 bis 40
42
Kalkstein. . . .
25 „ 33
40
39
Kohle.
1-5 „ 2
4 bis 5
3'5
Arsenik ....
0-5
—
—
Braunstein . . .
0-5
2 bis 3
—
Die Anfertigung des Gemenges, geschieht in der schon Seite 68 und ff. inden allgemeinen Zügen beschriebenen Weise; dabei werden Glaubersalz und Kohlemeist zuerst für sich gemengt, dann erst Sand und Kalk zugesetzt. Die Brocken,die, entstammen sie nicht der Fabrik, auf der sie zur Verwendung kommen, immerein Zuschlag von sehr fraglichem Werthe, da sie, wenn härter als das aus demGemenge zu erschmelzende Glas, zum Auftreten von Rampen und Schlieren Ver-anlassung geben, werden erst dem fertigen Gemenge beigemischt. Selbstverständ-lich darf auch der Braunstein, dessen Verwendung indeß mehr und mehr abkommt,erst dem bereits erschmolzenen Glase, vor dem Läutern, zugesetzt werden, da erneben reducirender Kohle, wie erwähnt, als Entfärbungsmittel nicht zur Wirkunggelangt.
In älterer Zeit, ja noch im vorigen Jahrhundert, war es allgemein üblich,die Fensterglasgemenge, wie die meisten anderen, vor dem Verschmelzen zu frittcn,doch schonBosc hatte erkannt, daß die Nothwendigkeit, das fertige Gemenge einerderartigen vorbereitenden Erhitzung zu unterwerfen, nur eine bedingte, und sagthierüber ausdrücklich (1. o.) „sstts osloinstion ns ssrk nnignsiusut gu'smslsr lss mskisrss st s lsur sräsvsr ls zomuoi^s oolorsuk Arossisr. II sstinäioxsnssllls äs trittsr lss oomxositions, on 1'on s ks.it sntrsr 1s souäs sunsturs; msis lss sutrss soinpositious n'sn ont snenu llssoin, si lss mstisrssout sts llisn sslsinsss sspsrsmsnt. Ts msIsnZs psnt s'sn ksirs snssisxsotsmsnt üors äu konrnssn <gns äsns 1s konrnssn."
Tafelglasöfen mannigfacher Construction sind bei Besprechung der verschie-denen Schmelzofensysteme (S. 98 bis 1S7) bereits im Detail geschildert worden;im Wesentlichen unterscheiden dieselben sich, abgesehen von den durch die volumi-nöseren Häfen bedingten größeren Dimensionen des Schmelzraumes, in ihremBau nicht von anderen Oefen für geblasenes Glas. Ebenso ist auch bereits ineinem früheren Abschnitte (S. 164 bis 171) der Verlauf der Schmelze vom Auf-schrieen des Ofens und Eintragen des Gemenges in denselben, bis znm Kalt-schüren und Gluthmachen für die Arbeit, ausführlich geschildert worden. Wirkönnen hier somit ohne Weiteres zur Besprechung der Ausarbeitung des Walzen-glases übergehen, und wenden uns, an den Bericht des Theophilus anknüpfend,zunächst dem älteren böhmischen Verfahren zu, das sich spätestens aus derTechnik des 11. Jahrhunderts entwickelt hat und dessen charakteristische Unterschiedevon dem neueren deutsch-französischen dadurch bedingt werden, daß bei ihm, wiedas bei allmäliger Entwickelung der Technik am nächsten lag, die größte Dimen-sion der zu fertigenden Scheibe dem Umfange des vor der Pfeife erblascnen, ver-hältnißmäßig kurzen Cylinders entnommen wurde.