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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
Entstehung
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379
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Tafelglas: Böhmische Fabrikationsweise. 379

Kühlhafen an die Stelle des ersten trat, während dieser, aus dem Ofen heraus-genommen, nunmehr an freier Luft langsam erkaltete.

Hatte der Kühlhafen die Temperatur der umgebenden Luft angenommen, sowurde die Walze aus ihm herausgenommen und ihrer Länge nach aufgesprengt,indem ein an seinem einen Ende weißglühendes, unter stumpfem Winkel gebogenesoder die Form Fig. 140 besitzendesQuadratcisen, dasLangsprengeisen", auf

Fig. IM.

einer und derselben Linie lang über das Glas hingegängelt, dann der hierdurcherhitzte Streifen an seinem einen Ende mit einem nassen Holze, auch wohl nurdein angefeuchteten Finger, berührt wurde.

Das Strecken des aufgesprengten Cylinders geschah in Flammöfen mitvier gesonderten Abtheilungen, deren einfache Einrichtung die Abbildungen Fig. 141 u.Fig. 142 (a. f. S.) erkennen lassen. In diesen ist At der Hcizraum mit dem Roste«,auf dem die Verbrennung erfolgt, ee sind die Comnumicationen des Heizraums

Fig. 141.

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mit dem eigentlichen Streckofen 0 und dem von letzterem, durch die bis naheauf die Ofensohlc Herabreichende Mauer Zh getrennten Kühlofen 19. D endlichist ein enger, canalfvrmiger, auf seinem Boden mit ein paar eisernen Gleitschicnen//versehener Vorwärmraum für die zu streckenden Walzen, dieRöhre".

Das Strecken begann mit der größten und stärksten der ausgearbeiteten undaufgesprengten Walzen, die in den kältesten Theil, die äußere Ocffnung der Röhre,des auf eine Temperatur, bei der das Glas erweicht, aufgeheizten Ofens einge-tragen wurde. Allmälig erwärmte sich hier die Walze, wurde tiefer in die Röhre