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Tafelglasfabrikation, englische.
Das Ocffnen des Cylinders an seinem runden Boden geschieht noch meistin der oben für böhmisches Glas beschriebenen Weise, und wird auch das Ab-sprengen von der Pfeife vielfach noch in der Art ausgeführt, daß die Kappe hierbeivorläufig an der Walze sitzen bleibt. Bei nicht über 2 bis 2'5 inin starkem Glaseist indeß das Auftragen flüssigen Materials auf die Mitte des halbkugeligen Bodensder Walze nicht unbedingt erforderlich, und öffnet man daher, namentlich in Bel-gien, die Walzen neuerdings meist, indem man den Boden direct vor der Arbeits-ösfnuug erhitzt, und seine Mitte durch kräftiges Einblasen von Luft in die Pfeifeund Verschließen der letzteren einfach aufsprengt, die entstandene Oeffnung durchrasches Drehen der Pfeife vor dem Arbeitsloche des Ofens erweitert, und den hier-durch entstandenen verdickten Rand durch Schwenken der Walze streckt und in seinerWandstärke reducirt, wodurch dann sowohl Material als Zeit gewonnen werden.Aus demselben Grunde wird auf manchen Hütten das Absprengen der Walze vonder Pfeife in der Weise ausgeführt, daß um erstere unterhalb der Kappe von demGehilfen des Bläsers ein am Hefteisen aufgenommener, noch halbflüssiger Glasfadengeschlungen und sobald durch diesen das unter ihm befindliche Glas local erhitztist, durch Aufbringen eines Tropfens Wasser ein rund um die Walze herumlaufenderSprung hervorgerufen wird.
Sind aus ein und demselben Hafen eine gewisse Anzahl Walzen gefertigtworden, so ist, selbst wenn niit Zuhilfenahme von „Ringen" gearbeitet wurde, dieOberfläche des Glases im Hafen keine ganz reine mehr, da der unvermeidlicheStaub, sowie die beim Aufnehmen der einzelnen Posten von der Pfeife ablaufenden,und in den Hafen zurückfallenden, kälteren Glasfädcn, die „Schniegel", die Ho-mogenität der Oberfläche unterbrechen; andererseits kühlt, bei den andauernd geöff-neten Werklöchern, die durch diese in den Ofen einströmende kalte Luft die obersteGlasfchicht und ist daher, nach ein paar Stunden spätestens, der Arbeiter genöthigt,will er nicht rampige Tafeln erhalten, seine Thätigkeit zeitweilig einzustellen, undden Hafen von Neuem abzuschäumen, ja es muß sogar, wenigstens ein Mal währendder Arbeit, der Ofen bei geschlossenen Arbeitslöchern wieder aufgeschirrt werden.Solches zu vermeiden, sowie die Quantität, wie, was für England von besonderemWerthe, die Qualität seiner Produktion zu heben, hat Chance auf seinem Bir-minghamcr Werke auch für das nach deutsch-französischer Weise zu erblasende Glasdas Ausarbeiten in der Trommel wieder aufgenommen, dabei aber auch die ganzeHütteneinrichtung, sowie die Art und Weise der Ausarbeitung, derartig abgeändert,daß man seine Arbeitsweise als selbstständiges Verfahren bezeichnen kann. Inden folgenden Angaben über diese neue englische Methode der Walzenglas-fabrikation folgen wir den Angaben Bontemps'^), der, wie erwähnt, selbst aufChancc's Werken längere Zeit praktisch thätig gewesen ist.
Schon die von den englischen Mondglasfabrikanten benutzten Schmclzhäfenhatten, da sie 1700 bis 1800 Glas fassen mußten, eine sehr ansehnliche Größe,für seine neue Walzcnglasfabrikation steigerte Chance, durch Lohnverhältnisschierzu veranlaßt, die Dimensionen seiner Häfen noch weiter, und brachte dieselben,bei einem oberen Durchmesser von ca. 1'S in, zu der enormen Capacität von 2500 HZ
Onüls ein vsrrisi-, x. 274.