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Tafelglas: Chance's Streck- und Kühlofen.
derliche Sorgfalt zugewandt wurde, das Glas, sobald ein Wagen am HinterenEnde des Canals angelangt war, von diesem, ziemlich gleichmäßig abgekühlt. Imregelmäßigen Betriebe des Ofens zeigte sich indeß, daß diese Art des Knhlenseine Sorgfalt des Arbeiters erforderte, auf die man für gewöhnlich nicht rechnenkonnte, und gab Bontemps die Sache daher vorläufig wieder auf.
Die Idee, die Wagenkühlung für Tafelglas nutzbar zu machen, wurde 1844von Chance L Badger wieder aufgenommen und praktisch durchgeführt, indemzunächst die auf den flachen Wagen ruhenden Glasstößc, um sie vor Zug zuschützen, mit eisernen Stürzen überdeckt wurden ^). Aus den mit Stürzen bedecktenKühlwagen entwickelten sich dann allmälig die auf Rädern stehenden großen eisernenKühlkasten, in denen die Tafeln wieder, wie in den gewöhnlichen „Auflehnöfen",auf die hohe Kante gestellt wurden, und entstand so, durch gelegentliche Verbesserungen,der Chance'sche Streck- und Kühlofen in derjenigen Form, in der ihn Bontemps1868 beschrieben2).
In Chance's Streckofcn, und seiner'als Vorkühlraum dienenden Verlänge-rung, durch die Fig. 159 einen Horizontalschnitt in der Höhe der Strccksteine
Ng. 159.
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zeigt, lassen sich, auf zwei parallelen Gleisen, der Strcckstcin 0 und der Knhl-stcin hin- und herschicken, während im eigentlichen Knhlcauale 1^, der seitlichangebaut, die großen eisernen Kühlwagen L allmälig vorrücken. Durch dieRöhre wird die Walze in den durch die seitliche Feuerung L geheizten Strcck-raum, auf den auf niedrigem Wagen ruhenden Strcckstcin 0 geschoben, hierdann, von der Arbcitsöfsnung « aus, auseinandergeschlagcn und in gewöhnlicherWeise geebnet. Ist dieses geschehen, so stößt der Strecker den Wagen mit demSteine 0 auf seinem Gleise tiefer in den Ofen hinein, bis er in dem bereitsweniger heißen Theile desselben in die pnnktirt angedeutete Lage e gelangt. Hier
i) Polytechnisches Centralblatt 1847, S. 186; nach ksp. ot' patsut invoutions1846, Nov. — 2 ) Heurig ckn vei-i-isr, x. 289.