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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Tafelglas: Biövez's Kühlofen.

deren Einrichtung Fig. 168 in vergrößertem Maßstabe wiedergiebt. Durch einenZng an den herabhängenden Handgriffen des vorn Streckraumc am weitesten cnt-

Fig. 167.

Fig. 168.

fcrntcn Hebels können die vier Rollensystcme gleichzeitig, und mit ihnen das auf-liegende Rahmwerk, so weit gehoben werden, daß die obere Kante der Eisenstäbedes letzteren die Steinsohle des Kühlcanals um einige Millimeter überragt.

Hat nun der Strecker die erste Tafel, nachdem sie erstarrt, auf den wärmstenTheil der Canalsohle, dicht hinter Ich hinübergchoben, so stößt er den Wagen mitdem leeren Strecksteine wieder nach a, bringt aus der Röhre eine zweite Walzeauf denselben und streckt sie wie die erste. Ist diese Arbeit beendet, so gelangtder Wagen wieder nach e. Jetzt setzt ein Gehilfe das Hebelwerk der Rollen inBewegung, hebt das versenkte eiserne Rahmwerk über das Niveau der Canalsohleund bewirkt hierdurch, daß das bisher auf letzterer ruhende erste Glas nunmehr auden Eisenstäben liegen bleibt. Wird dann das Rahmwerk mittelst des Griffs Lum die Breite einer Tafel zurückgezogen, und, wieder versenkt, in seine erste Lagezurückgeschoben, so bleibt das erste Glas auf dem zweiten Platze der Canalsohleliegen und ist hierdurch Raum für die zweite Tafel, die nun vom Wagen auf denfrüher von der ersten eingenommenen Platz gehoben wird, gewonnen. Beim Fertig-werden der dritten Tafel wird die eben beschriebene Operation von Neuem ausge-führt, und hierdurch das erste und zweite Glas im Kühlcanale weiter zurückge-hobcn u. s. w.

So rückt nun, bei weiterer Arbeit, die Gesammtheit der bereits gestreckten,Tafeln allmälig von H nach vor, gelangt hierbei auf immer weniger heiße Plätzeund kühlt erfahrungsmäßig rasch und gut, da die Unterlage und die über dasGlas Hinstreichende Atmosphäre stets nahezu gleiche Temperatur besitzen, was beiden bisher besprochenen Systemen nicht der Fall war. Ungeachtet das Kühlenim Bisvez'schcn Ofen, bei regelrechter Arbeit, für jede Tafel nur etwa 25 bis30 Minuten dauert, hat es sich auf den Etablissements, die dieses Ofensystcmacceptirt, so in Belgien zu Marimont und Jumet (8ooists anon/ius äss manu-tavturss äs Zlaoss s, UruxsUss) so wie bei Lson Houtart et Comp. zu LaLouvisre u. a. m., in Frankreich bei Renard inFresne, in der Rhcinprovinz aufder Actienfabrik Rhenania zu Stolbcrg, nicht nur als hinreichend bewährt, sondernes hat sich sogar gezeigt, daß das Zerschneiden der in dieser Weise gekühlten Tafelnregelmäßiger und leichter sich ausführen lasse, als solches bei nach einer der früherdaselbst angewandten Methoden gekühltem Glase der Fall war.

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