414 Mondglasfabrikation.
I.
II.
Kieselsäure. .
. 744 . .
. . 74-1
Kalk. . . .
. 13 3 . .
. . 14-5
Natron . . .
. 12-3 . .
. . 11-4
10N-0
100-0
In der Absicht, das zur MondglaSfabrikation bestimmte Glas geschmeidigerzu erhalten, soll, nach demselben Autor, von den englischen Hütten, die noch zuEnde der zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts meist natürliche Pflanzcnsoda(Kelp) benutzten, dem betreffenden Gemenge neuerdings häufig ein Zusatz vonetwa 5 Proc. Pfcifenthon beigegcben werden, was, so auffallend es erscheint, dievon Pclouze aus seinen expcrimcntellen Untersuchungen über die Entglasung *)abgeleitete Erfahrung, daß die Thonerde im Glase cntglasungswidrig wirke (?),zu bestätigen scheint.
Die neuerdings für das Erschmelzen des Mondglascs in England ange-wandten Oefen sind den neuen englischen, wie solche für das Schmelzen desWalzcnglases beschrieben worden, sehr ähnlich, ja scheinen beim Bau der letzterenwohl als Vorbild gedient zu haben. Bei einem Inhalte von acht Häfen, mitgegen 1'5 m oberem Durchmesser, hat der rechteckige, mit zwei Bänken verseheneSchmelzofen, der für directe Kohlenheizung constrnirt, eine innere Länge von 6 mbei einer Breite von 4'5in. Da die Ausarbeitung vor diesem Ofen sich auf dasAufnehmen und die Formung des Postens beschränkt, können die Werklöcher klein,und in Folge dessen das Gewölbe des Schmelzramnes niedrig gehalten werden.
Schmelze, Läuterung und das Abstehen des Glases, sowie das schließlichzu Beginn, der Arbeit, vorgenommene Abschäumen der Häfen, von denen, wie beidem neuen englischen Verfahren der Walzenglasfabrikation, auch auf jeder Ofen-seite gleichzeitig nur einer von allen hier wirkenden Arbeitern in Angriff genommenwird, erfolgen ganz in gewöhnlicher Weise, und bedürfen sie daher hier keinerbesonderen Besprechung.
Der vor dem Ofen thätige Glasbläsergehilfe nimmt, ist das Glas abgeschäumt,an seiner gegen 2 in langen Pfeife den ersten Posten auf, und vergrößert diesendurch wiederholtes Abkühlenlasscn und Ueberfangcn mit weiterem Glase, bis eineMasse von circa 8 bis 9 8g- angesammelt, und um die sich erweiternde Mündungder Pfeife möglichst gleichmäßig vertheilt ist. Er bläst alsdann die erste, möglichstgenau centrirte kleine Höhlung in seinen Posten und giebt diesem, nachdem er diePfeife durch aufgeschöpftes Wasser gekühlt, durch Marbeln auf einer glatten eisernenPlatte die Form zweier mit ihrer Basis gegen einander gelegter Kegel. DurchHin- und Herrollen der von der Pfeife abgekehrten Spitze des Postens über dieKante eines hinter der Marbelplatte, etwas höher als letztere, auf festen Stützenin horizontaler Lage ruhenden starken Quadrateisens, des „Schneideeisens", bildetder Arbeiter hier einen Knopf, schiebt dann sein Arbeitsstück über das Schneide-eisen hinüber, und stellt, ebenfalls durch Hin- nnd Herrollen über die nach obengerichtete Kante des letzteren, um den Posten herum, etwa 5 oin vor der Pfeife,
i) 6oinx. roinl. 64, 53 (Poiytechn. Centralblatt 1867, S. 315).