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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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413
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Mondglasfabrikation. 413

Smirgel suspendirt enthaltendem Wasser übergössen, worauf in der, den späterzu beschreibenden Polirmaschincn ähnlichen Schleifmaschine auf hoher Kante stehendeüber die Tafel hin und her geschobene Blechstreifen das Einschleifen der vertief-ten Linien besorgen.

Eine von dem bisher besprochenen Verfahren der Fabrikation des Tafelglasesgänzlich abweichende Technik übten die in den letzten Jahrhunderten namentlichin Frankreich zahlreich in Betrieb befindlichen und hoch entwickeltenZrossssvsrroriss" der Asnbillromniss vsrriors" bei Herstellung ihres Produc-tes, des direct in Form einer ebene» kreisrunden Scheibe hergestellten Mondg las es(vsrrs ü llouctins, orown-Klaso). Wahrscheinlich war Frankreich das Mutterlanddieser Art der Fcnsterglasfabrikation, doch blieb sie auf seinen Boden nicht beschränkt;deutsche Hütten eiferten den Nachbaretablissemcnts nach/ ja behielten diese Techniknoch bei, als sie in ihrer Heimath bereits durch die neuere der Walzenglasfabrika-tion ersetzt worden. So lieferte u. a. die Lohrer Fabrik zu Einsiedcl in Unter-franken solches Glas noch im dritten Decennium unseres Jahrhunderts, und inEngland, das wie bereits anderen Orts erwähnt, besonderes Gewicht auf hohe Qualitätseines Tafelglases legt, hat sich neben der, wie wir gesehen, musterhaft entwickeltenFabrikation des Walzenglascs, die Herstellung des sich durch seinen beim Strcck-proccß nicht geschädigten, hohen Glanz auszeichnenden Mondglases noch bis auf denheutigen Tag erhalten.

In seiner Zusammensetzung unterscheidet sich das moderne Mondglas vongewöhnlichem Wälzenglase nicht wesentlich, ist indeß meist etwas weicher, alkali-reicher, gehalten. So giebt Bontemps, der seiner Zeit auch bei der Einführungder Walzcuglasfabrikation auf den Tafelglaswerken der Gebrüder Chance inBirmingham thätig gewesen, vergleichsweise die beiden nachstehenden Sätze für dieComposition des Mondglases einer- und des Walzenglascs andererseits *):

MondglaS (I.) Walzenglas (II.)

Sand.100.100

Glaubersalz .... 40.37

Kreide. 32.38

Kohle. 2.I'8

Braunstein. 0'5.. . 0'6

Arsenik. O'S. ..0'5

Aus diesen Sätzen, bei denen indeß der Braunsteinversatz, neben Sulphatund Kohle, soll er nicht nachträglich erst gemacht werden, ein entschiedener Fehler,berechnen sich dann die zu erwartenden Zusammensetzungen der beiden Glassortenals die nachstehenden:

U Knicks cku vori'ivr, p. 876.