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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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415
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Mondglasfabrikation. 415

die scharfe Einschnürung her, in der das Glas später von der Pfeife abgesprengtwerden füll. Zu demselben Zwecke dient auch wohl ein einfacher Apparat, deraus zwei in derselben Verticalcbene liegenden, sich mit ihren zugeschärftcn Rändernberührenden Scheiben besteht, auf die die einzuschnürende Partie des Postens ge-bracht wird, wo dann, beim Drehen der Pfeife, die Furche im Glase sich bildet.

Die weitere Ausarbeitung des in beschriebener Weise angefangenen Glaseserfolgt in abgesonderten, mit selbstständiger direcler Heizung für grobe Stückkohleversehenen Nebenöfen, den sogenanntenAuslauföfen" (tonn äo travail), vondenen für jede der beiden Arbeitsseiten des Schmelzofens zwei vorhanden sind.Der erste dieser beiden Oefen enthält zwei vollständig von einander getrennte,nach den gegenüber liegenden Ofcnseitcn ausmündende Arbcitsränme, von denender eine ein Werklvch von etwa 30 ein, der andere ein solches von 75 mn Durch-messer besitzt. In dem mit kleinerem Werkloche versehenen Ofenraumc wird nunder bisher vor dem Schmelzofen bearbeitete Posten angewärmt, und dann, währendder Bläser seine Pfeife, wie das Fig. 174 in einer Bcrticalprojcction zeigt, auf

Nz. 174.

den eisernen Barren era, und den Knopf des Postens auf das Widerlager bb stützt,unter steter Drehung zu einer Hohlkugel aufgeblasen, deren Wand, da das Glasin der Nähe der Pfeife stärker abgekühlt worden, hier eine bedeutendere Dicke behält,während sie sich in den der Pfeife gegenüber liegenden, heißeren Partien dünnerausbläst. Sobald beim Blasen das Glas steif zu werden beginnt, wird die dannschon größere Hohlkugel vor das gegenüberliegende Werklvch mit 75 om Durch-messer gebracht, das vordere Ende der Pfeife hier auf einen, nahe vor dem Ofenangebrachten, in der Horizontalen um 90" drehbaren, jetzt der Ofenwand parallelgestellten eisernen Arm aufgestützt, in das Werkloch vorgeschoben, und unter fort-dauernder Drehung das Glas angewärmt, bis es wieder genügend erweicht. Dannzieht der Meister sein Werkstück aus dem Feuer, dreht, znr Seite tretend, deneisernen Tragarm, auf den die Pfeife gestützt, um 90", so daß er nunmehr senkrechtauf die Ofcnwand zu stehen kommt, bläst seine Hohlkugel auf, bis ihr Boden, umden Knopf herum, die Stärke von 15 bis 2 min erreicht hat, und plattet sie dann,indem er die Pfeife in rasche Umdrehung versetzt, zu dem in Fig. 175 dargestelltenabgeflachten Rotationskörper ab.

Unterdeß hat ein Gehilfe an einem starken, mit hölzernem Griffe versehenen,etwa 2 bis 2'25in langen Bind- oder Hefteiscn eine kleine Portion heißen Glasesaufgenommen, und heftet nun, während der Meister seine schon erstarrte Blasefür einen Augenblick auf einen mit heißer Asche bedeckten Holzklotz seitlich aufstützt,