416 Mondglasfabrikation.
das Bindeisen an den mehrerwähntcn Knopf in der Mitte des Bodens. Ist danndiese Verbindung durch Abkühlung sicher und ziemlich fest geworden, so wird derFig. 17S. Fig. 176.
abgeflachte Rotationskörper an der eingeschnürten Stelle von der Pfeife abgesprengtund erfolgt seine weitere Ausarbeitung am Hefteisen vor dem zweiten Auslauf-ofen.
Wie der erste, so besitzt auch dieser zweite Ofen zwei Werklöcher, die wiederzwei gesonderten Jnncnräumen mit selbstständigen Feuerungen entsprechen. Vordie kleinere dieser Arbeitsöffnungcn, die auch nur einen Durchmesser von 0'30 mhat, bringt der Gehilfe nun die am Bindeeisen haftende Glasblase, damit sich hierzunächst der dickere Theil ihrer Wandung anwärme und geschmeidig werde, wäh-rend die Partien in der Umgebung des Knopfes, vorläufig möglichst wenig erhitzt,noch starr bleiben. Sobald dann das dicke Glas weißglühend geworden, geht dasArbeitsstück abermals in die Hände des Meisters über, der es jetzt, um es voll-ständig anzuwärmen, auf kurze Zeit in das größte Werkloch von 1'20 m Durch-messer bringt, und dabei die drehende Bewegung, in der sich das Bindeeisen schonwährend des Anwärmens im kleinen Werklochc befand, beschleunigt. Bald beginnthier die durch das Absprengen der Pfeife entstandene Oeffnung, das „Maul" derBlase, in Folge der Wirkung der Centrifugalkraft auf die weiche Masse sich zuerweitern; ihr Rand biegt sich nach außen, und nimmt hierdurch der Hohlkörperdie in Fig. 176 wiedergegebene Gestalt der „Krone" (orovii, wovon die englischeBezeichnung dieser Glasgattung) an.
Die Entwickelung der Krone giebt dem Arbeiter das Zeichen, daß die Glas-masse denjenigen Grad der Weichheit erreicht, dessen er zu ihrer Umbildung ineine flache Scheibe bedarf. Unverzüglich zieht er daher, sobald das Maul sich zuöffnen beginnt, sein Arbeitsstück aus dem Werkloche des Anlaufofens zurück, be-schleunigt die rotirende Bewegung des Bindeisens, an dem es haftet, nach Mög-lichkeit, und in wenigen Secunden sieht man sich den abgeflachten Rotationskörper,in Folge der bei der raschen Drehung mit großer Energie wirkenden Centrifugal-kraft, zu einer, senkrecht auf dem Bindeisen stehenden, ebenen Scheibe von, bei guterArbeit, sehr gleichmäßiger, nur etwa 1'5 min betragender Stärke, ausbreiten,und dabei einen Durchmesser von gegen 1'5m erreichen (Fig. 177).
Soll die in dieser Weise gewonnene Scheibe ihre ebene Gestalt beibehalten,