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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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425
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Fabrikation geblasener Spiegel. 425

Durch eine nunmehr rasch ausgeführte Manipulation, bei der gleichzeitig dieKette, an der das Arbeitsstück hing, etwas nachgelassen, und das obere freie Endeder'Pfeife hinabgcdrnckt wurde, so daß letztere wieder horizontal zu liegen kam,wurde jetzt die Möglichkeit geboten, den halbkugelförmigen Boden der dickwandigenWalze wieder in das Arbeitsloch des Ofens einzuführen, und ihn, der bei der lang-dauernden Ausarbeitung fast völlig erstarrt, von Neuem anzuwärmen und zuerweichen. Aus dem Ofen gezogen, wurde die Walze dann von einem drittenArbeiter, demFertigmacher", geöffnet, indem dieser, mittelst eingetriebenenSpitzeisens, zunächst ein kleines Loch in die dicke Bodenwand einschlug, Fig. 182,

Fig. 182.

in die gewonnene Ocffnung dann die Spitzen der federnden Zange (Fig. 183)einführte, und letztere drehend, und dabei stets tiefer eindrückend, das Loch erwci-Fig. 183.

Fig. 184.

tcrte, endlich mittelst eines eingeführten Holzes den Durchmesser desselben bis aufdie Größe des Cylinderdurchmcsscrs brachte.

Von Neuem wurde nun die Walze angewärmt, und zwar dieses Mal soweit in das Arbcitsloch des Ofens hineingeschoben, daß sie bis etwa zur Mitteihrer Länge erweichte. Während dessen inspicirte sie der Hüttenmeister genau, umdie Partie bezeichnen zu können, wo sich etwaige auffallendere Fehler im Glasefanden, und dann den, den Cylinder aufschlitzenden Schnitt, dort führen lassen zukönnen. War nun das Glas genügend erweicht und die Schnittlinie bestimmt,so wurde die Pfeife an der Kette wieder aufgezogen und die herabhängende Walze,mit einer starken Scheere, von ihrem unteren Rande bis gegen die Mitte ihrerLänge aufgeschlitzt, und wurden die Zipfel des Schnitts und der, letzterem gegen-über liegende Theil der Wand, nach innen ein- und gegeneinander gedrückt, so daß