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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Das Gießen und Walzen des Spiegelglases.

ohne sich zusammenzuschieben, dasSchiebciseu", eine Krücke von der vollenBreite des Gußtisches, anstemmen, und mittelst dieser die Fortbewegung des Glasesüber den Tisch hin bewirken konnten.

Fig. 188.

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War das Glas in dieser Weise bis in den Kühlofen gelangt, so ließ manes hier, wo ein Zerspringen durch zu rasche Abkühlung nicht mehr zu befürchten,eine kleine Weile liegen, damit es völlig erstarre,' und schob es alsdann mittelsteiner langstieligen schmalen Krücke (1'^Zrso) auf den Platz im Ofen, den es wäh-rend des weiteren Verlaufs des Kühlprocesses behalten sollte.

Unterdcß war der ausgcgossene Hafen möglichst rasch auf seinen Platz imSchmelzofen zurückgebracht worden; sobald dann der Guß vorläufig beendet, indemin eben beschriebener Weise sämmtliche Gicßhäfen entleert und wieder in dem Ofenaufgestellt, wurden letztere aus den Schmelzhäfen von Neuem gefüllt, der Ofenhierauf wieder auf Lautcrhitze gebracht, aus dieser etwa 4 bis 5 Stunden erhal-ten, und begann dann, war unterdcß das Glas wieder lauter geworden und soweiterforderlich abgestanden, ein zweiter Guß, dem nach abermaliger Unterbrechung eindritter folgte, durch den endlich die Schmelzhäfen bis auf das geflissentlich für diefolgende Schmelze zurückgelassene Glasquantum entleert wurden.

Schon die Zeitersparniß, die ermöglicht wurde, indem man die Gießhüfenbeseitigte, war ein wesentlicher Fortschritt in der Fabrikation; Verbesserungen, dievon den Spiegelfabriken allmälig an den zum Guß benutzten Utensilien angebrachtwurden, trugen zur Beseitigung anderer Uebclstände des alten Verfahrens bei,