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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Polirmaschinen für Spiegelglas.

in regelmäßigen Zeitabschnitten in entgegengesetzter Richtung dreht. Aus dieserWelle sitzende Zahnräder greifen dann in auf die untere Seite des Polirtischesaufgesetzte Zahnstangen, und schieben hierdurch den Tisch, entsprechend ihrer jewei-ligen Drehungsrichtung, bald nach der einen, bald nach der entgegengesetzten Seite.Lang über den in dieser Weise bewegten Tisch hin reichen zwei Führungsbalken,welche an ihren beiden Enden auf je zwei Rädern, die aus dem Untergestelle derMaschine angesetzten Gleisen laufen, ruhe», und in denen die senkrecht auf der Ebenedes Tisches stehenden Stiele der Reiber befestigt werden. Diese, lang gestrecktenWagen ähnlichen Balken werden mittelst Leitstangen und Kurbeln an der Haupt-triebwclle der Maschine befestigt, und von letzterer in stets einander entgegengesetzterRichtung lang über denPolirtisch hin- und hergezogen. Hierbei bestrcichen die vonihnen geführten Reiber auf dem zu polirenden Glase Bahnen, die in den Richtungensich kreuzender schräger Transversalen liegen.

Den Aufriß einer neueren, zu Ssraing (Belgien) construirtcn, im Principeund den wesentlichen Theilen des Bcwegungsmechanismus der Crosfield'schenähnlichen Polirungsmaschine, gab Psligot in seinen mehrfach angezogenen DarmsIstzons sur llarb äs 1g, vsrrsris^).

Von den eben aufgeführten Apparaten unterscheidet sich eine, den bereitsoben genannten Ingenieuren Nicholson und Wadsworth, zugleich mit ihrerSchleifmaschine, patentirte Polirmaschine hauptsächlich durch die Art, in der dieHin- und Hcrbcwcgung des Tisches bei ihr bewirkt wird, sowie durch die Construc-tion der Reiber 2 ). Die Bewegung der Platte, auf die das Glas ausgekittet, be-wirken die genannten Constructcure, indem sie durch die lange unter derselben hin-gehende Welle, die sich bei dieser Maschine stets in der nämlichen Richtung fortdreht,und entsprechende Winkelradübersetzung, zwei horizontale Scheiben drehen lassen,auf die zwei mit dem Tische verbundene Leitstangen excentrisch aufgesetzt sind, somitdurch Kurbelbewcgung hin- und hergeschoben, den Tisch führen. Die Reiber,deren auf ihrer Bodenfläche silzüberzogene Bolzen in einer festen Hülse stecken,und in dieser durch Kautschukringe und eine Stellschraube niedergedrückt werden,sind an Seitenarmen eines an seinen Enden, zu beiden Längsseiten der Polirmaschine,auf Rollen laufenden Balkens befestigt, und ein besonderer, federnder Hebel, derauf das freie Ende dieses Balkens wirkt, ist dazu bestimmt, die Stöße, beim jedes-maligen Uebergange der Balkenbewegung in die entgegengesetzte, nach Möglichkeitzu vermeiden.

Eine von Nicholson und Wadsworth in ihrer Patentbcschreibuug gleich-zeitig mit obiger Maschine proponirte Modification derselben, bei der an Stelleder ebenen Reiber cylindrische, um horizontale Achsen rotirendc, Verwendungfinden sollten, hat, wie es. scheint, in der Praxis keinen Anklang gefunden.

Rotirendc Reiber, die außerdem verstellbar, wollte dann auch Lindsay beider von ihm construirten, indeß wohl auch kaum ausgeführten, Polirmaschine ange-wandt sehen 3).

Jmnalss än 6onssrvs.toirs 2 (1862), 506. 2) Beschrieben und skizzirt:Drngler's Journ. 103 (1847), 95, nach: Repsrtorx ob I'atsnt - Invsntions 1846,November. Dingler's Journal 1Z1 (1859), 401.