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Polirmaschmen für Spiegelglas.
Eine Schleifmaschine ziemlich complicirtcr Construction die, so viel bekannt,nicht in die Praxis eingeführt worden, hatte in Frankreich bereits früher Hoyauconstruirti).
Das Feindouciren wird vielfach, in seinen letzten Stadien sogar allgemein,noch in oben beschriebener Weise als Handarbeit ausgeführt; für die erstenStadien ist eine 1857 von Croßley eingeführte, einfache Maschine recht befrie-digende Resultate zu liefern im Stande. Dieser Apparat besteht aus einer fest-stehenden Schleifbank, über die hin ein sie an Länge überragender Holzbalken hin-spielt, der an seinem einen Ende mit einer an stehender Welle sitzenden Kurbelverbunden ist. In der Mitte seiner Länge ist dieser Balken an einer radialenLcitstange, die ihrerseits an einem Pfosten zur Seite der Schleifbank in einemGelenke ruht, befestigt, und wird durch diese seine Bewegung beschränkt. An demBalken sind dann die beiden, die Obergläser tragenden, Schleifkästcn fest undunverrückbar angebracht.
Wird die Maschine angelassen, so erhalten bei dieser Construction die Ober-gläser an den Schleifkastenböden eine Bewegung, deren Spur, einer «, ähnlich,nahezu dieselbe ist, die durch die Handarbeit hervorgerufen zu werden Pflegt, unddoucirt sich Glas auf Glas mit Hilfe von Schmirgel recht gut.
Wie diese Doucirmaschine, so ahmte auch die bereits erwähutePolirmaschinevon St. Jldefonso, die beim Poliren mit der Hand ausgeführte Arbeit nach, indemsie sich darauf beschränkte, das Hin- und Herschieben des filzüberzogenen Polirholzcsdurch ein in zwei über einander liegenden Etagen des Gebäudes in entgegengesetzterRichtung spielendes Hebelwerk auszuführen, während das allmälige seitliche Ver-rücken der aufgegypsten, zu polirenden Scheibe dem die Thätigkeit der Maschineüberwachenden Arbeiter zugewiesen blieb. Maschinen ähnlicher Construction bliebendann, ließen auch ihre Leistungen Manches zu wünschen übrig, noch Jahrzehntehindurch die allein üblichen.
Solche hin- und hergehende Bewegung der Polirhölzer, oder „R eib er" (llros-sss), wurde auch bei den neueren derartigen Apparaten meist beibehalten, dabeiaber auch das allmälige Verrücken des, das zu polirende Glas tragenden Tisches,der Maschine überantwortet, und letzterem eine langsame Hin- und Herbewegung,normal zu derjenigen der Führung der Reiber, ertheilt.
Eine Polirmaschine mit solch doppeltem Bewegungsmcchanismus ließ sich1840 Jos. Crosfield, Seifenfabrikant zuWarrington, fürEngland Patentiren^).Der Schlciftisch, eine von kleinen Rollen getragene starke Holztafcl, auf die diedoncirten Gläser aufgegypst werden, steht in Crosfield's Maschine mit einer,sein festes Untergestell der ganzen Länge nach durchsetzenden Triebwelle in Ver-bindung, die mit der Transmission vom Motor derartig verbunden, daß, durcheinen sich selbst regulirenden Hebel bald das eine, bald das andere zweier conischer,mit der Spitze des Conus gegen einander gerichteter, mit der Welle verbundenerRäder in ein dieselbe treibendes horizontales Winkclrad eingreift, und sie hierbei
U Beschrieben und abgebildet: Dingler's Journal 70 (1838), 4, nach Unllstinäs in «ooiüts ä'snoournAoinsnt 1838, Mai. —> 2 ) Beschrieben und skizzirt: Ding-ler's Journal 86 (1842), 424, nach Uonäon ckournal ok nrts 1842, Aug.