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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Das Belegen des Glases mit Amalgam.

Paris für Frankreich Patentiren i). An allen vier Seiten trägt sein Schneidetischin Centimetcr getheilte starke Führungsleisten, auf denen die Lineale, längs derendie Diamanten, deren hobelförmigc Fassungen ebenfalls mechanisch geführt werden,hingleiten, mittelst Klemmschrauben unverrückbar eingestellt werden können.

Auf die verlangten Maße zugeschnitten, gelangen die zu Spiegeln bestimm-ten Gläser endlich auf die Belcgeanstalt, um hier auf ihrer Hinteren Seite mitdem reflectirenden Metallüberzüge versehen zu werden. Noch ist es nicht langeher, daß zu solchem Ueberzuge so gut wie ausschließlich amalgamirtes Zinn benutztwurde, dem, in neuerer Zeit erst, eine dünne Silber- oder hier und dort Platinhaut,die auf chemischem Wege auf dem Glase niedergeschlagen wird, einigermaßenwirksame Concurrenz zu machen begonnen hat.

Das Belegen (stainaZs, insttrs au tain, koliatiuA) des Glases geschiehtauf dem Belegetisch, einer vollkommen ebenen, starken Steinplatte, die allseitsvon einer tiefen hölzernen, oder gußeisernen Rinne eingerahmt, auf einem festenUntergestelle, das ein seitliches Neigen der Platte gestattet, in für den Arbeiterbequemer Höhe ruht. Einen solchen Belegtisch zeigt Fig. 198 im Aufrisse. DieSteinplatte» ruht, mittelst ihren Tragrahmens d, fest auf dem dunkeler schrasfirten,

Fig. 198.

über die Länge des Tisches hinüberreichenden, unten abgerundeten, in der Mitteder Tischbreite sie stützenden Balken, und wird mittelst der Stellschraube A, diedas solide Untergestell s durchsetzt, in horizontaler Lage erhalten, so wie wennerforderlich, nach dem Beschauer zu geneigt. Ist der Belegctisch genau horizontaleingestellt, so wird über seine Oberfläche hin die mit der Größe des zu belegendenGlases an Stärke zunehmende und zwischen dem Gewichte von 4'2 und 54'7 §pro gUin schwankende, Zinnfolie, die meist 1 bis 2 Proc. Kupfer enthält, ausge-breitet, durch kräftiges Uebersiehinstreichen mit weichem Wollenzeug- oder Leinwand-kausche, an die Tischfläche angedrückt, und gleichzeitig rcingcwischt. Nun bringtein Arbeiter eine kleine Portion Quecksilber, das kurz vorher durch Durchpressendurch sämisch gegerbtes Leder gereinigt, auf die Folie, und amalgamirt ihre Ober-fläche durch möglichst gleichmäßiges Einreihen mit dem flüssigen, sich mit dem Zinnleicht verbindenden Metall, mittelst eines Filzbausches. Nachdem dann vor diedrei dem Beleger nicht zugekehrten Seiten des vorläufig amalgamirten ZinnblattesGlasstreifen gelegt, wird auf die Folie eine weitere Portion Quecksilber gegossen,bis dieses Metall, sich nun gleichmäßig über die ganze Fläche ausbreitend, letzterezuletzt in einer Schicht von2bis3mrn Dicke bedeckt. Dann wird über den vorderen

i) Polytechnisches Centralblatt 1859, S. 1113, nach lisiiis inäustr. 1859, Juni.