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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Das Belegen des Glases mit Amalgam.

Rand des Metalls ein, über die entsprechende Tischkante hinüberreichender Streifenstarken Papiers gespannt, dessen Enden durch aufgelegte Gewichte festgehaltenwerden.

Ist die Folie in beschriebener Weise vorbereitet, so ergreift der Belegcr, dein,ist der zu fertigende Spiegel ein großer, ein paar Gehilfen zur Hand gehen, dasvorher aufs Sauberste gereinigte Glas, bringt vor dasselbe einen seiner größtenDimension gleichen Glasstreifen auf den vorderen Rand des Quecksilbers, undschiebt nun, über die papierbelegte Kante, die Scheibe, vor der der eben erwähnteGlasstreifcn auf dem Quecksilber schwimmt, und etwaige, auf die Oberfläche des-selben gelangte Unreinigkeiten abfängt, in horizontaler Lage allmälig auf die Queck-silberschicht auf. Schwimmt endlich die ganze zu belegende Tafel über der verquick-ten Folie, so wird sie allmälig mit auf sie gestellten, eisernen, am Boden tuchbelegtenGewichten gleichmäßig belastet, und hierdurch bereits der größte Theil des über-schüssigen Quecksilbers zwischen Glas und Zinn ausgepreßt ft. Dieser Ueberschußläuft, über den Tisch hin, in die letzteren umgebenden Rinnen, und aus diesen inein Sammelgcfäß ab.

Bald ist soviel Quecksilber abgelaufen, daß ein Sichverschieben der belastetenGlastafel über ihrer Unterlage nicht mehr zu befürchten ist, der Belegetisch wirddann mittelst seiner Stellschraube aus der horizontalen in eine geneigte Lage gebracht,und hierdurch das Absickern weiteren Quecksilbers, und in solchem gelösten Amal-gams, befördert. Nach Verlauf von etwa 24 Stunden zeigt sich der metallischeBeleg, wenn auch immer noch leicht verletzbar, so doch soweit erhärtet, daß er amGlase, selbst wenn dasselbe stärker geneigt oder aufgerichtet wird, ohne abzugleitenhaftet. Der frische Spiegel wird dann mit Vorsicht vom Belegetisch abgehoben,auf hierzu bestimmten Gerüsten auf die Kante gestellt, an Stützen angelehnt, undhierdurch dem zwischen Glas und Folie noch vorhandenen flüssigen AmalgamGelegenheit zu weiterem Absickern geboten. Gleichzeitig mit solchem Absickernerfolgt dann auch, wenn auch in beschränktem Maß, ein Verdampfen überschüssi-gen Quecksilbers an der freien Luft. Das Ablaufen der letzten Portionen flüssigenMetalls geht sehr langsam vor sich, und selbst nach über einem Monate Zeitsammeln sich, erscheint auch die Verquickung schon vollkommen trocken, am Fußedes Glases immer noch einzelne Kügelchen unerstarrter Metallverbindung.

Die allendlich in Form trockenen Amalgams auf dem Glase zurückbleibendenQuantitäten von Quecksilber sind immer noch sehr bedeutende. Bei analytischerUntersuchung von unbenutzten Spiegelfolien der Nürnberger Industrie fand Stöl-zel?), den oben gemachten Angaben entsprechend, die quecksilbcrfreien Zusammen-setzungen:

ft Farrow in London proponirte 1834 ein Pressen mittelst anzuziehender Schrau-ben. Dingler's Journal 53 (1334), 98, »ach NsoüaniosNaZ-asiiis, 1834, 556.Dingler'S Journal 155 (1860), 124.