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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Versilberung des Glases.

oxywciusaureu Silberlösung langsam, bei gewöhnlicher Temperatur, vor sich gehenläßtH. Das letztere Verfahren vereinfachte R. Böttger?), und kann die neuer-dings von Krippendorfb) vorgeschlagene Art der Versilberung auch nur als eineModification des Bothe-Böttger'schen Verfahrens aufgefaßt werden.

Zu den Aldehyden wieder zurück zu greifen, und als Reductionsmittel einewässerige Lösung von Aldehyd-Ammoniak zu benutzen, empfahl vor einigenJahren R. Siemens H.

Ist nun auch die Lichtrcflexion auf gelungenen, nach der Petitjean'schen,und verwandten Methoden versilberten Gläsern eine recht schöne und gleichmäßige,so zeigen dieselben zwischen das Auge und die Sonne gehalten, das Bild der letz-teren doch nur in der Weise, in der es, durch geschwärzte Gläser hindurch betrachtet,sichtbar wird, und ist daher die Silberschicht auf ihnen keine zusammenhängende,wie solches bei denjenigen Spiegeln der Fall, auf denen das Silber mittelstTraubenzucker (iuvcrtirtcm Zucker) aus alkalischer Lösung reducirt worden.

Letzteren Weg der Reduction recommandirte im Jahre 1856 I. v. Liebig»)und wird nach seinen! Verfahren dann auch bereits seit 1859 auf der Spiegel-fabrik von Crämer in Doos bei Nürnberg unausgesetzt gearbeitet. In derZwischenzeit hat Liebig, gestützt auf praktische Erfahrungen, seine erste Vorschriftnicht unwesentlich verändert, und hierdurch den Erfolg der Versilberung mehrgesichert. Seinen lctztpublicirtcn Angaben uach ch, ist eine geeignete Bereitungsweiseder in Anwendung kommenden Präparate die nachstehende.

Die Silberlösung enthält 1 Thl. Höllenstein auf 10 Thlc. destillirtenWassers. Die Ammoniakslüssigkcit, die, wie gleich näher zu besprechen, zu ihremVersätze dient, besteht aus einer Lösung von salpctersaurcm oder schwefelsauremAmmoniak in Wasser, und hat im ersten Falle das specif. Gew. 1'115, imletzteren dasjenige von 1'105 bis 1'106. Die Natronlauge endlich, die eben-falls als Bestandtheil der Bersilberungsslüssigkcit dient, und vollkommen chlorfreisein muß, besitzt das specif. Gewicht 1'050. Bon diesen Flüssigkeiten werdenvermischt:

100 Bol.-Thlc. Ammoniaklösung,

110 „ Silberlösuug,

750 „ Natronlauge,

990 Bol.-Thlc. Bersilbcrungsmischung (I.).

Diese, nach ihrer Herstellung zunächst getrübte Flüssigkeit, bleibt zur Klärungmindestens drei Tage hindurch stehen, und wird dann mit einem Heber von demunterdeß abgelagerten Niederschlage vorsichtig abgezogen.

Behufs Herstellung der Rcductionsflüssigkeit werden 50 Z weißenCandiszuckers in Wasser zu einem dünnen Syrup gelöst, dieser wird mit 3'1 Z

i) Erdmann's Journal 92 (1864), 191. — -) Ebendaselbst, S. 494. — ») Ding-lcr's Journal 200 (1871), 48t. — Polytechnisches Centralblatt 1872, S. 1006. —Annalen der Chemie und Pharmacie 98 (1856), 132; D i ngler's Journal 140, 190.— ") Annalen der Chemie und Pharmacie, Supplement F, 257; Dingler's Jour-nal 187 (1868), 236.