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Versilberung des Glases.
Vcrsilberungsflüssigkeit zu schützen, andererseits auch, dem zu versilbernden Glaseein weiches Lager zu bieten, mit Wachstuch überzogen. Um den ganzen Tisch her-um zieht sich die Rinne 0, welche dazu bestimmt ist, die vom Glase ablaufende, ausge-nutzte Vcrsilberungsflüssigkeit, in der viel nicht am Glase hastendes, körnig abgeschie-denes Silber schwimmt, aufzunehmen, und in ein Sammelgefäß abzuführen.
Ist die gereinigte Glasplatte auf den Belegctisch niedergelegt, so wird sie,nach nochmaligem sorgfältigstem Abwischen von Staub, gleichmäßiger Anfenchtungwegen, zunächst mit einer, wenn sie nicht in Verwendung, wie das Fig. 200 zeigt,
Ng. 2N0.
in einem Troge mit destillirtem Wasser ruhenden, kautschuküberzogenen, nassenHolzwalze mehrmals überfahren, dann die erste Bersilberungsflüssigkeit aufgegossen,die, sich nunmehr gleichmäßig über die ebene Fläche des Glases ausbreitend, aufdemselben in einer Schicht von etwa 1'S bis 2 nun Höhe stehen bleibt. Auf demdampfgehcizten Belegetisch erwärmt sich das Glas rasch auf eine Temperatur vonetwa SO bis 60", und reducirt sich in dieser das Silber aus seiner Lösung ziemlichvollständig in etwa 15 Minuten, nach deren Verlauf der Spiegel, denn schon istdas Glas mit einer gut reflectircnden Metallschicht überzogen, geneigt, und hierdurchdie auf ihm stehende, ausgenutzte Flüssigkeit zum Ablaufen gebracht wird. Wennnun auch dieses erste Silberhäutchcn bereits spiegelnd wirkt, so ist es doch gerathen,seine geringe Dicke — es lagern sich bei dieser ersten Versilberung nur etwa 12 ZMetall auf den Quadratmeter Oberfläche ab — durch eine zweite Ablagerung zuverstärken. Nachdem das Glas daher abgespült und wieder auf den warmen Tischniedergelegt, wird es nun mit der weinsäurcreichcren zweiten Silberlösung über-gössen, die etwa 25 Minuten auf ihm stehen bleibt. Wird dann auch dieses zweiteBad abgegossen, so hat die Silberhaut eine genügende Stärke (29 bis 30 Z Silberper Quadratmeter) erreicht. Der Spiegel wird alsdann mit destillirtem Wasser sorg-fältig abgespült, und in stark geneigte Stellung gebracht, in der er rasch trocknet. Endlichüberzieht man die belegte Seite, um das zarte Silberhäutchcn gegen chemische, wiemechanische Einflüsse zu schützen, mit einem Anstrich von Leinölfirniß undMennige..
Nach, angeblich verbessertem, P etitje an'schein Verfahren belegte unter anderenbereits 1857 die durchGöggundHanauer begründete „SchweizerischeActien-fabrik für Glasversilberung zu Genf" ihre Gläser, und wurde dieses Verfahrendann, durch Hanauer im Jahre 1859 auch auf die I. C. Fischer'schc Versilbe-rungsanstalt zu Erlangen verpflanzt").
Auf denselben Principien beruht auch das Cimcy'schc Vcrsilbcrungsvcrfah-rcn^), während F. Böthe in Saarbrücken die Reduction seiner Weinsäuren und
") C. Veeg. Ueber die Geschichte und gegenwärtige Ausdehnung der Fabrikation von Sil-berspiegeln: Wagner's Jahresbericht 5(1859), 283, nach Fürther Gewerbezcitung 1859,S. 93, 97 u. 101. — 2 ) Dingler's Journal 163 (1862), 236, nach 1-onäou lourn.ob urts 1861 Dec.