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Gepreßtes GtnS.
Bilden nun auch Hohlglas für den täglichen Gebrauch und kleine Kurzwaarcndie hauptsächlichsten Productc der Preßglasfabriken, so hat es doch auch an Versuchennicht gefehlt, die dahin zielten, das Productionsgebiet dieser Anstalten zn erweitern;so ließ sich z. B. im Jahre 1856 T. Warrcn zu Glasgow ein Verfahren Paten-tiren H, mittelst dessen er gläserne cylindrische Röhren von großer Wandstärke zngießen oder zu pressen beabsichtigte. Die Schwierigkeit bestand hier in der Con-struction eines cylindrischcn Kerns, der sich, trotz bedeutenderer Länge, leicht ausdem Inneren des fertig gestellten Glasrohres entfernen ließe. Warrcn löstedieses Problem, indem er als Kern ein aus mehreren, sich nach innen zusammen-klappen lassenden, mit einem Hebelwerk verbundenen, rinnenförmigcn Stücken vonder vollen Länge des herzustellenden Rohres zusammengesetztes Metallrohr benutzte.Praktische Wichtigkeit hat die Sache indeß nicht erlangt, und dürsten solche Röhrenauch wohl, wenn sie von kleinem Lumen, mit den gezogenen schon wegen ihrerungleichmäßigeren Kühlung, bei größerer Weite, mit gut glasirten Thonröhren,in Ansehung des Preises, nicht concurriren können.
Von größerem praktischem Interesse sind die ebenfalls in Metallformcn ge-preßten gläsernen Spindelpfännchen und Achscnlager, mit denen C. Accker u.Comp. zu Gaggenau bei Rastatt, auf der Pariser Weltausstellung von 1867auftraten 2 ), so wie die neuerdings für Leuchtthürmc benutzten großen von kreis-förmig gekrümmten Prismen umgebenen Linsen, und prismatischen Ningstücke,eine nebenbei cultivirte Specialität einzelner Spiegelfabrikcn, so der Gießerei vonSaint-Gobin. —
H Dinglcr's Journal 143 (1857), 34, nach Nsollnnios ckonrnat 1856, Scpt. —2)Wagner, I. R., Technologische Studien (Leipzig, Wigand, 1868).