Elastisches Glas (vsrus trsrnxs), Hartglas, Vulcanglas.
Im Octobcr 1874 tauchte, zuerst in der „Zeitung für Lothringen", balddarauf dann auch in Nr. 44 der „Glashütte", die Nachricht auf, einem Grund-besitzer im Dep. Am, A. de la Bastie zu Richmont, sei es gelungen, ein Glasherzustellen, dessen enorme Widerstandsfähigkeit gegen Stoß, Schlag und raschenTcmperaturwechscl das bekannte Sprichwort von der Zerbrechlichkeit dieses Mate-rials Lügen strafe, und an die alte, vonPlinius, Petron, Dio Cassius^)u.A.berichtete Geschichte, von angeblich zu Tibcrius' Zeiten hergestelltem elastischenGlase, erinnerte. Die Berichte über die Haltbarkeit des neuen Productcs lautetenfast ebenso fabelhaft wie die alten, und so entsprangen aus ihnen einerseits Hoff-nungen und Befürchtungen einer „völligen Umwälzung auf dem Gebiete unsererIndustrie", während andererseits auch das schon Plinianische: „sagus taina vrs-llrior ciiu guaiu osrtior" seine Anhänger fand.
Indeß, die Sache schien rasch praktisch werden zu wollen; eine Actiengescll-schaft trat zur Ausbeutung der neuen Entdeckung zusammen, und bald erhobensich zu B ourg die Mauern des in großem Maßstabe angelegten, heutigen Tagesleider aber bereits gänzlich niedergebrannten Etablissements.
Die Wichtigkeit der Sache veranlaßte dann auch den „Verband deutscherGlasindustriellcn" im December 1874, drei Deputirte zu delegiren, damit diesesich an Ort und Stelle über den Thatbestand gründlich orientirten, und der Be-richt dcr Heimgckchrtcn, alle drei Glashüttcnbesitzcr, bestätigte die durch die Zeitungenüber die auf dem Bahnhöfe zu Pont d'Ain angestellten ersten Versuche gebrachtenNachrichten vollkommen 2 ). Ebenso überraschend und günstig fielen die Experimenteaus, die bald darauf mit Proben de la Bastie'schen Glases in einer General-versammlung des genannten deutschen Verbandes in Berlin angestellt wurden^).
r) llistor. Iiat. 36, 195; ?ötron. 8at. 51; Oio Oassius 57, 21. — 2 ) „Glas-hütte" 1874, Nr. 5V. — ch „Glashütte" 1875, Nr. 2.